03:25 20 Januar 2019
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    Wassili Nebensja

    Russischer UN-Botschafter: Wir wollen nicht geliebt werden, sondern…

    © Sputnik / Grigori Sysoyev
    Politik
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    Der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja hat das Verhältnis zwischen den USA und Russland als „nichtexistierend“ bezeichnet. Dabei ist Moskaus Wunsch laut dem erfahrenen Diplomaten, nicht geliebt zu werden, sondern etwas anderes.

    In einem Gespräch mit dem US-Sender CBS News kommentierte Nebensja die jüngste Entscheidung des US-Präsidenten Donald Trump, die amerikanischen Truppen aus Syrien abzuziehen. „Jede illegitime ausländische Präsenz – und die der USA gehört auch dazu – sollte Syrien eventuell verlassen.“

    Zugleich verwies der russische Diplomat auf die Rolle der USA in Syrien: „Wir sehen ein, dass die USA zum Kampf gegen den IS* beigetragen haben.“

    „Da wir sehen, dass der IS größtenteils besiegt worden ist, war die Entscheidung richtig“, fügte er hinzu. Der Schritt müsse aber zu einem tieferen russisch-amerikanischen Dialog führen.

    „Unsere Beziehungen sind praktisch nichtexistierend, was sehr bedauernswert und eine große Frage und Sorge ist, nicht nur für uns, sondern auch für den Rest der Welt“, sagte Nebensja.

    Russland sei inzwischen zu einem wichtigen Faktor in der Innenpolitik der USA geworden. Er sehe keine Aussichten auf eine Verbesserung des Verhältnisses in naher Zukunft.

    „Wir wollen einen Dialog zu wichtigen Fragen, nicht nur für euch und uns, sondern für die ganze Welt, darunter zur strategischen Sicherheit, Terror, Drogen und regionalen Konflikten.“

    „Wir wollen nicht geliebt werden“, so Nebensja. „Wir wollen einfach respektiert werden.“

    Was den angekündigten US-Abzug aus Syrien angeht, zeigte sich der UN-Botschafter unsicher: „Wir haben das auch früher gehört, diese Art von Ankündigungen. Dann haben wir aber das Gegenteil gehört.“

    Diesmal sehe alles aber so aus, als könnte das wahr sein.

    Nebensja hat sich auch früher ähnlich geäußert, als seine US-Kollegin Nikki Haley wiederholt betont hatte, dass die Vereinigten Staaten und Russland niemals Freunde sein würden. Russland kämpfe nicht um die Liebe der USA, hatte der Botschafter damals betont. Moskau wolle nur ein „zivilisiertes Verhältnis“.

    *Eine in Russland verbotene Terrororganisation

     

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    Tags:
    Beziehungen, Truppenabzug, Islamischer Staat, Nikki Haley, Wassili Nebensja, Washington, Moskau, USA, Russland