09:53 19 März 2019
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    „Frohes Neues Jahr 1933!“: Times veröffentlicht Namen von Sputnik-Reportern

    © Sputnik / Alexander Galperin
    Politik
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    Die RT- und Sputnik-Chefredakteurin, Margarita Simonjan, hat am Montag die Veröffentlichung einer Liste von „unerwünschten“ Journalisten des Büros der Agentur Sputnik in Edinburgh in der britischen Zeitung The Times kommentiert und Großbritannien zum „kommenden Jahr 1933“ gratuliert.

    „Times publiziert eine Liste mit den Familiennamen unserer Journalisten in Großbritannien mit Fotos unter dem Titel über ‚Kreml-Marionetten‘. Guten Rutsch ins kommende neue Jahr 1933, meine britischen Freunde“, schrieb Simonjan auf Telegramm.

    Im Jahr 1933 war Adolf Hitler in Deutschland zur Macht gekommen. Im selben Jahr war die Verordnung zum „Schutze des deutschen Volkes“ erlassen worden. Das Dokument schränkte wenige Tage nach der Ernennung Adolf Hitlers zum deutschen Reichskanzler die Versammlungs- und Pressefreiheit weitgehend ein und erteilte dem der NSDAP angehörenden Reichsinnenminister Wilhelm Frick weitreichende Vollmachten. Zugleich begann eine große Hetzjagd auf Kommunisten und sonstige Gegner des nationalsozialistischen Regimes.

    Am Sonntag hatte die britische Zeitung The Times eine Liste von Journalisten des Büros der Agentur Sputnik in Edinburgh veröffentlicht. Der Beitrag beinhaltet Fotos von acht Sputnik-Mitarbeitern, beschriftet mit ihren Dienststellen. Desgleichen agiert die ukrainische „Staatsfeinde“- Liste („Mirotworez“). 

    Zudem soll der Beitrag den Aufruf des Abgeordneten von den Liberaldemokraten (Scottish Liberal Democrats) im schottischen Parlament Alex Cole-Hamilton enthalten, die Aktiva der Agentur Sputnik und des TV-Senders RT in Großbritannien zu beschlagnahmen, um ihre Aktivitäten einzustellen. Der Abgeordnete soll Sputnik vorgeworfen haben, einen Informationskrieg gegen das Land zu führen.   

    „Andere Länder haben eine härtere Haltung gegenüber den Aktiva russischer Bürger eingenommen als Großbritannien. Die Regierung muss erneut anschauen, was man tun kann“, erklärte Cole-Hamilton.

    Zuvor hatte der Westen Sputnik mehrmals vorgeworfen, prorussische Propaganda betrieben und sich in den Wahlkampf eingemischt zu haben.

    „Mirotworez“ (dt. „Friedensstifter“) war nach dem nationalistischen Umsturz 2014 auf Anregung Anton Geraschtschenkos, des damaligen Beraters des ukrainischen Innenministers, ans Netz gegangen. Die international kritisierte Webseite führt persönliche Daten von Tausenden Politikern, Journalisten, Aktivisten und Promis, die von den Betreibern als „Feinde der Ukraine“, „Separatisten“ und „Kreml-Agenten“ angesehen werden.

    Internationale Bekanntheit erlangte die Webseite, die Kritiker „Abschussliste“ nennen, nach der Ermordung der ukrainischen Oppositionellen Oles Busyna und Oleh Kalaschnikow. Beide wurden vor ihren Wohnhäusern niedergeschossen, und zwar nur wenige Tage, nachdem ihre Privatadressen auf der „Mirotworez“-Liste erschienen waren.

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    Tags:
    Liste, Journalisten, RT, Sputnik, Oleh Kalaschnikow, Oles Busyna, Margarita Simonjan, Adolf Hitler, Großbritannien, Deutschland, Russland