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    Ankunft von zwei russischen Langstreckenbomber des Typs Tu-160 in Venezuela

    US-Fachblatt: Russische Bomberbasis in Venezuela? No way!

    © AFP 2019 / Federico Parra
    Politik
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    Wer seine nuklearen Streitkräfte in „Amerikas Hinterhof“ stationiert, dem droht richtig großer Ärger von den USA, schreibt die Zeitschrift „The National Interest“. Das müsste eigentlich auch Russland begriffen haben, so das Blatt. Dennoch schickt die russische Führung zwei schwere Überschallbomber nach Venezuela.

    Dass es keine gute Idee sei, Venezuela zu einem Stützpunkt der russischen Luftwaffe zu machen, müsste Russland laut der Zeitschrift eigentlich wissen. Man sollte doch annehmen, so das Blatt, dass Russland seine Lektion aus der „Erniedrigung in der Kubakrise“ gelernt habe.

    Und außerdem: Schon die Monroe-Doktrin aus dem 19. Jahrhundert warnt alle anderen Großmächte davor, in Nord- und Südamerika aktiv zu werden, schreibt das Magazin.

    Trotzdem hat Russland kürzlich zwei strategische Tu-160-Bomber nach Venezuela geschickt. Begleitet wurden die „Blackjack-Bomber“ von einer schweren Transportmaschine An-124 und einem Passagierjet Il-62. Damit wurden Ausrüstung, Fachpersonal und Diplomaten nach Venezuela geflogen, schreibt das Blatt.

    Ähnliche Missionen fanden bereits 2008 und 2013 statt, nach den Spannungen zwischen Moskau und Washington wegen Streitigkeiten im Schwarzen und im Japanischen Meer. Russische Medien berichten laut „The National Interest“ außerdem, Venezuela soll jetzt sogar zu einem permanenten Stützpunkt für die russische Luftwaffe werden.

    Seine Flugzeuge habe Russland geschickt, um den venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro zu stützen, der in einer sehr schweren politischen Lage sei. Seine „sozialistische, prorussische (oder zumindest antiamerikanische) Regierung“ versuche sich mit aller Kraft an der Macht zu halten, während im Land eine Wirtschaftskrise tobe, schreibt die Zeitschrift.

    Es mangele an Lebensmitteln, Arbeitsplätzen und Konsumgütern. Insofern müsse man fragen: Inwiefern hilft Maduro die russische Bombermission, „wenn er doch Essen und Cash dringender braucht als Waffen und Bomberflüge?“ schreibt „The National Interest“.

    Die Tu-160-Bomber seien deshalb – „so paradox es erscheinen mag“ – ein Ausdruck von Russlands Schwäche, schreibt das Blatt: „Wie schon im Kalten Krieg kann Moskau seinen Verbündeten zwar viele Waffen liefern, aber keine wirtschaftliche Hilfe leisten.“

    Die US-Zeitschrift zitiert sogar einen russischen Experten, der die jetzige Situation mit der Kubakrise vergleicht – mit dem Hinweis, die damalige Krise habe den sowjetischen Staatschef Chruschtschow das Amt gekostet.

    Nun liegen zwischen Venezuela und den USA über 2.000 Kilometer – um ein Vielfaches mehr als die Entfernung zwischen Kuba und den USA. Aber Washingtons Reaktion wird dadurch keineswegs beeinflusst, schreibt die Zeitschrift – weder die Reaktion auf die russische Bomberbasis noch auf die venezolanische Regierung, die der Stationierung russischer Bomber zugestimmt habe.

    Es sei nur zu hoffen, so „The National Interest“, dass die Lage unverändert bleibe. „Denn jede ernste Gefahr in Amerikas Hinterhof führt zu nichts Gutem“, so das Blatt. Alles Gerede über die mögliche Einrichtung einer russischen Bomberbasis sei wohl nichts weiter als ein Versuch Russlands, den Vereinigten Staaten „Sand in die Augen zu streuen“.

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    Tags:
    Militärbasis, Militärstützpunkt, Militärflugplatz, Langstreckenbomber, Expansion, Kalter Krieg, Il-62, An-124, Tu-160, Pentagon, Verteidigungsministerium Russlands, Nicolás Maduro, Wladimir Putin, Kuba, Lateinamerika, Venezuela, USA, Russland