19:26 21 Januar 2019
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    Памятник советским солдатам в Варшаве

    „Die Soldaten sind nicht schuld“: Ex-Präsident Polens zu Denkmäler-Abriss

    CC BY-SA 3.0 / Sfu / Monument in Soviet soldiers cementry in Warsaw, Poland
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    Die sowjetischen Soldaten haben es laut dem polnischen Ex-Präsidenten Lech Walesa nicht verdient, dass deren Denkmäler im Land demontiert werden. Walesa sieht den Grund für den Denkmäler-Abriss in der Mentalität der polnischen Bürger.

    Die Ansprüche Polens an die Sowjetunion könnten nicht für die gefallenen Sowjetsoldaten gelten, so Walesa gegenüber Sputnik. „Die Soldaten sind nicht schuld, die Friedhöfe sind nicht schuld, aber was kann man schon tun, wenn die Menschen eine solche Mentalität haben?“, sagte er weiter.

    Obwohl Polen mehr gegen die Deutschen als die Russen gekämpft habe, hätten sich die Beziehungen zu Deutschland verbessert, nicht jedoch zu Russland. Das lasse sich dadurch erklären, dass die Deutschen alles, was sie gemacht haben, aufrichtig zugegeben haben. „Russland hat nie eine Beichte abgelegt“, so Polens Ex-Präsident weiter.

    Im Herbst 2017 hatte der polnische Präsident Andrzej Duda Änderungen zum Gesetz über die „Dekommunisierung“ unterzeichnet, die es ermöglichen, im ganzen Land Denkmäler, darunter auch Büsten und Gedenktafeln, abzureißen, die Sowjetsoldaten gewidmet sind. Darüber hinaus sollen kommunistische Elemente unter anderem auch aus den Namen von Schulen und anderen sozialen Einrichtungen sowie Straßen, Brücken und Plätzen entfernt werden.

    Lech Walesa war von 1990 bis 1995 polnischer Staatschef. Im vergangenen Jahr hatte die polnische Staatsführung ihm erneut eine falsche Aussage bezüglich seiner angeblichen Kooperation mit den Geheimdiensten zur Zeit der Volksrepublik Polen vorgeworfen. Walesa wurde auch früher wegen des Verdachts auf Kooperation mit den Geheimdiensten kritisiert. Er hatte die Vorwürfe zurückgewiesen und erklärt, dass alle belastenden Dokumente gefälscht worden seien.

    Doch laut Medien hatten das Fachurteil der Experten vom Institut für Gerichtsgutachten sowie die Befragung von Zeugen, einschließlich ehemaliger Geheimdienstler, ergeben, dass die Dokumente, auf deren Grundlage die Anklage erhoben wurde, vom Ex-Präsidenten geschrieben und unterzeichnet worden seien.

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    Tags:
    Denkmal, Lech Walesa, Russland, Polen