13:06 22 Januar 2019
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    US-Verteidigungsminister James Mattis (Archiv)

    Top-Ereignisse im Militärbereich 2018: Die Flops und Herausforderungen der US-Armee

    © REUTERS / Yuri Gripas/File Photo
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    Der einseitige Ausstieg der USA aus dem INF-Vertrag und der Beschluss, die Truppen aus Syrien und Afghanistan abzuziehen – diese Nachrichten sind für „Defense News“ wohl nicht erwähnenswert. Dafür sollen laut der Zeitschrift das gescheiterte Abfangen einer Antirakete und fehlende Bomben als wichtigere Ereignisse des scheidenden Jahres gelten.

    Die in der Zeitung „Defense News“ veröffentlichte Liste der Top-Militärereignisse des scheidenden Jahres („Year in Review: Top stories from 2018“) wirkt befremdlich. So gehören dazu nicht der mögliche Ausstieg der USA aus dem INF-Vertrag sowie der Beschluss Trumps, die US-Truppen aus Syrien abzuziehen, sowie die Truppen in Afghanistan deutlich abzubauen (was indirekt die Anerkennung der Niederlage der USA in diesem 17 Jahre dauernden Krieg bedeuten könnte), und nicht das Anwachsen der geopolitischen Risiken und der Konfrontation im Südosten der Ukraine und im Schwarzen Meer.

    Laut der Zeitschrift ist das Frieren von US-Piloten bei einem Übungsflug ein deutlich wichtigeres Ereignis als die mögliche Entfachung eines großangelegten regionalen Konfliktes auf dem europäischen Kontinent. Die bedeutendsten militärischen Ereignisse 2018 werden von den „Defense News“ in einer Reihenfolge präsentiert, wobei zusammenfassend über diese Liste gesagt werden könnte, dass solch eine angesehene Zeitschrift wie „Defense News“ eine wohl tiefere Analyse globaler strategischer Trends und Tendenzen im Militärbereich hätte liefern können.

    1. Januar 2018 – gescheitertes Raketen-Abfangen

    Ende Januar 2018 ist das Abfangen der bereits zweiten ballistischen Rakete durch die US-Kriegsflotte auf Hawaii gescheitert. Diesmal ging es um eine Abfangrakete SM-3 Block IIA (Aegeis Ashore System). Das war der zweite missglückte Start einer Antirakete der Korporation Raytheon.

    Das war zudem unangenehm für die USA, da Nordkorea zur gleichen Zeit beinahe täglich Erfolge bei der Planung und Entschlossenheit eines angeblich geplanten Schlags gegen Nordamerika mit nuklearen Geschossen zeigte. Geklappt hat es dann erst am 12. Dezember.

    2. In den USA gehen die Bomben zu Neige

    Das Pentagon will mehr als 20 Milliarden Dollar in die Produktion von Munition

    investieren. Doch ob die zurückgehende Produktionsbasis das ermöglichen wird, ist fraglich, da manche Komponenten gar aus China stammen. In der letzten Zeit sollen die USA bei Konflikten in einem sehr hohen Tempo Munition verbrauchen.

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    3. „Blindes und frierendes“ Flugzeug: US-Marine untersucht Details des Fluges von EA-18G Growler

    Am 29. Januar flog ein Doppelsitz-Flugzeug EA-18G in einer Höhe von 7620 Metern und 96 Kilometern von Seattle entfernt. Das Warnsystem benachrichtigte die Piloten über die Vereisung der Klimaanlage im Cockpit. Die Temperatur im Flugzeug sanken auf minus 30 Grad, es bildete sich Nebel. Die Fenster und die Anzeigetafeln überzogen sich mit einer Eisschicht. Die Besatzung war wortwörtlich blind geworden.

    Nur dank den Anstrengungen der Piloten und Fluglotsen kam es zu einer glücklichen Landung. Die Besatzungsmitglieder hatten starke Frostverletzungen.

    4. Washington „hänselt den Bären“: US-Luftwaffe richtet sich im Hinterhof Russlands ein

    Die US-Luftstreitkräfte bauen ihre Investitionen zum effektiven Vorgehen auf den Luftstützpunkten der Nato-Verbündeten in Osteuropa und an der „westlichen Flanke“ Russlands aus.

    Die US-Administration will im kommenden Jahr 828 Millionen Dollar zur Schaffung und Vervollkommnung der militärischen Infrastruktur in Europa ausgeben. Das wird vom Pentagon als Teil der Initiative zur Abschreckung der „russischen Aggression“ und Stärkung der Verteidigungsfähigkeit der europäischen Verbündeten betrachtet. Fast die Hälfte davon entfällt auf die US-Luftwaffe.

    5. US-Kriegsflotte will Schiffe mit größerer Wasserverdrängung kaufen

    Washington will größere Schiffe erwerben, die in Zukunft ältere Kreuzer ersetzen würden. Unter Leitung des Stabschefs für Marineoperationen wurde eine Expertenkommission gebildet, die Anforderungen an ein Schiff mit einer großen Wasserverdrängung ausarbeiten soll, das Kreuzer des Typs Ticonderoga ersetzen soll. Das erste Schiff des neuen Typs soll 2023 bzw. 2024 gebaut werden. Als Bewaffnung werden unter anderem Railguns und Kampflaser in Betracht gezogen.

    6. US-Kriegsflotte mangelt es an Schiffskapitänen

    Die US-Marineführung hat viele Fragen zur Kompetenz der Oberoffiziere bezüglich der Schiffsführung. Nach einer dreimonatigen Prüfung in der Marine wurden bedeutende Probleme festgestellt, die mit den Fertigkeiten der Schiffsführung bei 85 Prozent der Oberoffiziere zusammenhängen. Von 164 geprüften Offizieren gab es nur bei 27 nichts auszusetzen, bei 108 gab es „einige Probleme“, bei 29 Oberoffizieren – „bedeutende Probleme“ bei der Schiffsführung.

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    7. US-Kriegsflotte stellt Programm zur Verwandlung von Zerstörern in Hybrid-Schiffe mit Flüssigkraftstoff ein

    Washington stellt das Programm ein, bei dem 34 US-Zerstörer mit Hybrid-Triebwerken ausgestattet werden sollten. Für die Erprobung der Technologien wird nur ein Schiff zugelassen (DDG-103 Truxtun). 2018 war geplant, 6,3 Millionen Dollar für diese Ziele auszugeben. Doch die Finanzierung wurde für die kommenden Jahre eingestellt. Bislang wurden für das Programm der Hybrid-Zerstörer rund 52 Millionen Dollar ausgegeben. Es sollte aber insgesamt 356,25 Millionen Dollar kosten.

    8. „Pentagon plant Krieg gegen China und Russland“

    Laut dem Pentagon hätte ein Krieg gegen China ähnliche Merkmale wie einer gegen Russland, allerdings müsse geklärt werden, wie und wo man in die Vervollkommnung der US-Streitkräfte investieren soll. Russland und China wurden in der nationalen Verteidigungsstrategie als das Hauptproblem eingestuft, das vor dem Pentagon steht. Doch das US-Verteidigungsministerium meint, dass ein gleichzeitiger Zusammenstoß mit zwei Gegnern unerwünscht sei.

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    Tags:
    Aggression, SM-3 Block IIA, Pentagon, Russland, China, Nordkorea, USA