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01:02 20 Juli 2019
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    ORF-Logo vor dem Standort des österreichischen Senders (Archivbild)ORF-Reporter Christian Wehrschütz beim Europa-Forum Wachau (Archivbild)

    ORF-Journalist fürchtet in der Ukraine um sein Leben – Medien

    © AP Photo / Ronald ZakCC BY-SA 4.0 / Wikimedia Commons / Karl Gruber
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    ORF-Reporter Christian Wehrschütz hat in einem Schreiben über fehlende Pressefreiheit und Unterdrückung von regierungskritischen Journalisten in der Ukraine geklagt. Details seines Beitrags lüftet die Kronen Zeitung.

    Der österreichische Journalist, der laut Zeitungsangaben auf der Webseite einer ukrainischen Denkfabrik als „Agent des Kremls“ eingestuft wurde, fürchte nun um sein Leben – nachdem der Westen längst den „immer stärker werdenden Schikanen“ in der Ukraine tatenlos zugesehen habe.

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: Russischen Journalisten „vergessen”? Internetuser korrigiert Versäumnis von „Time”<<<

    Denn in der Ukraine gebe es „militante, ultranationalistische Gruppen, die Journalisten bedrohen, die kritisch über die Politik der Führung der Ukraine berichten und versuchen, das Objektivitätsgebot zu achten“.

    Wehrschütz warnte, dass nicht nur er, sondern auch seine Kollegen „in der gesamten Ukraine“  körperlich bedroht werden könnten.

    „Es sind bereits zwei Journalisten ermordet worden und ich habe sicher nicht die Absicht, der nächste zu sein“, zitiert das Blatt den an den ORF-Generaldirektor und die österreichische Regierung gerichteten Brief des Journalisten.

    Auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte Wehrschütz eine TV-Reportage über die Gefahren und Schwierigkeiten der Journalistenarbeit in der Ukraine. Er rief die westlichen Länder dazu auf, „das Schweigen der Lämmer“ zu beenden.

    Die Pressesprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, empfahl Wehrschütz, sich an die OSZE zu wenden.

    „Man kann auch an die OSZE schreiben, deren Hauptsitz sich in Wien befindet“, heißt es auf ihrer Facebook-Seite.

    Neben Wehrschütz bezeichnet die ukrainische Denkfabrik zwei weitere Österreicher als „Agenten des Kreml“. Das Mitglied des Komitees für Frieden in der Ukraine Alfred Almeder wird wegen der Forderung nach Selbstverwaltung für die selbsterklärten Volksrepubliken im Donbass kritisiert. Dem FPÖ-Vizebürgermeister von Linz, Detlef Wimmer, wird der Zeitung zufolge ein „illegaler Besuch“ der Halbinsel Krim vorgeworfen.

    Wehrschütz wird von den Verfassern der Liste einer zu „einseitigen und russlandfreundlichen“ Berichterstattung in Bezug auf die Situation auf der Krim beschuldigt. Als Beweis führen die Autoren etliche ORF-Beiträge an, in denen der Journalist unter anderem über die Erfolge Russlands beim Bau eines Flughafens in Simferopol und der Krim-Brücke sowie über die „Verbesserung des Lebens der Krim-Tataren“ berichtet.

    Nicht nur Einzelpersonen wie Wehrschütz und Almeder wurden in das Verzeichnis aufgenommen. Auch die FPÖ und deren – zu freundliche – Beziehung zur Regierungspartei Russlands sowie zum Präsidenten Wladimir Putin werden angeführt.

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    Tags:
    Journalisten, Medien, Pressefreiheit, Kronen Zeitung, ORF, Christian Wehrschütz, Österreich, Ukraine