14:24 21 Januar 2019
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    US-Soldaten während der NATO-Übungen (Archiv)

    US-Experte: So hat der Westen einen neuen kalten Krieg mit Russland ausgelöst

    © AP Photo / Mindaugas Kulbis
    Politik
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    Die USA und ihre Verbündeten sind selbst an den kriselnden Beziehungen mit Moskau Schuld, da Russland nur auf die von ihnen entgegengebrachte Aggression reagiert. Diese Meinung äußerte der US-Sicherheitsexperte Ted Carpenter in seinem in der Zeitschrift „The American Conservative“ veröffentlichten Artikel.

    „Wenn Historiker die ersten Jahrzehnte der Ära nach dem Ende des Kalten Krieges untersuchen, sind sie wahrscheinlich von der absurden und provokanten Politik der Vereinigten Staaten und ihrer Nato-Verbündeten gegenüber Russland überrascht“, schreibt Carpenter.

    Seiner Meinung nach führten die zahlreichen gedankenlosen Aktionen des Westens zum Ausbruch eines neuen Kalten Krieges. Und mit Donald Trump als Präsident der USA könne ein solcher Konflikt in die heiße Phase übergehen.

    Momentan besteht laut Carpenter noch die Möglichkeit, dieses dramatische Ergebnis zu vermeiden.

    „Das Verhalten der politischen und Medieneliten der USA als Reaktion auf den jüngsten Streit zwischen Russland und der Ukraine bezüglich der Straße von Kertsch zeigt, dass sie nichts von ihren früheren Fehlern gelernt haben. Schlimmer noch, sie scheinen entschlossen zu sein, ihre bereits kontraproduktive, strenge Politik gegenüber Moskau zu intensivieren“, warnt der Autor.

    Der Wunsch, Russland unter Druck zu setzen, habe sich im Laufe der Zeit nur verstärkt, wofür „eine Reihe von Provokationen“ inszeniert worden sei. Davon würden auch die Spannungen um die Kertsch-Provokation zeugen.

    Wie Carpenter anmerkt, hätten zu viele westliche Analytiker die Situation so geschildert, als ob die USA und Nato am Aufbau freundschaftlicher Beziehungen zu Russland arbeiten würden. Jedoch seien sie  wegen des „aggressiven Verhaltens“ Russlands zu einer Hardline-Politik gezwungen.

    „In Wahrheit ist das Gegenteil näherliegend; die Maßnahmen Russlands, sowohl angesichts des Zeitpunkts als auch der Virulenz, tendierten dazu, auf aggressive westliche Initiativen zu reagieren“, so der Experte.

    Die Behauptung, dass Russland wegen seiner Handlungen in Georgien 2008 und in der Ukraine 2014 für die Verschlechterung der Beziehungen zwischen Ost und West verantwortlich sei, erachtet Carpenter ebenfalls als äußerst fehlerhaft.

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    „Die Probleme begannen viel früher als die Ereignisse in den Jahren 2008 und 2014. Der Westen erniedrigte einen besiegten Gegner, der auf jede Weise zeigte, Teil einer breiteren westlichen Gemeinschaft werden zu wollen“, erklärte Carpenter.

    Die Ausweitung der Nato und die Missachtung russischer Interessen am Balkan seien bedeutsame frühe Maßnahmen gewesen, die freundschaftliche Beziehungen verhindert hätten.

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    „Die Nato-Mächte behandeln Russland als Feind. Jetzt besteht die ernsthafte Gefahr, dass das Land zu einem wird. Diese Entwicklung wäre ein besonders tragischer Fall einer selbsterfüllenden Prophezeiung“, resümiert Carpenter.

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    Tags:
    Kalter Krieg, The American Conservative, NATO, Ted Galen Carpenter, Balkan, USA, Russland