12:07 23 Januar 2019
SNA Radio
    US-Militärstützpunkt in der nordsyrischen Provinz Manbidsch (Archivbild)

    USA verlangsamen Truppenabzug aus Syrien

    © Foto: U.S. Army / Sgt. Nicole Paese
    Politik
    Zum Kurzlink
    2212173

    Nach seinem Treffen mit US-Präsident Donald Trump hat Senator Lindsey Graham versichert, der Staatschef habe sich einverstanden erklärt, den Truppenabzug aus Syrien etwas abzubremsen, und zwar „auf kluge Art“.

    „Nach Beratungen mit dem Präsidenten und (dem Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs, General Joseph) Dunford habe ich mich noch nie so gut gefühlt hinsichtlich der Richtung, in der wir uns bewegen“, zitiert die Website „The Washington Examiner“ Graham.

    „Wie ich glaube, werden wir diesen Prozess auf eine kluge Art und Weise verlangsamen. (…) Aus meiner Sicht haben wir jetzt eine Pause eingelegt, in deren Verlauf wir neu bewerten können, wie das Ziel des Präsidenten besser zu erreichen ist“, sagte der Senator gegenüber Journalisten.

    Jetzt müsse man alles nur Mögliche tun, um einer Eskalation zwischen den syrischen Kurden und der Türkei vorzubeugen, und zu verhindern, dass der Iran von der entstandenen Situation profitiert.

    Trumps Entscheidung über den Truppenabzug aus Syrien

    US-Präsident Donald Trump hatte Mitte Dezember den Sieg über die Gruppierung IS* in Syrien verkündet und dies als einzigen Grund für den Aufenthalt der US-Truppen in diesem Land bezeichnet. Die Pressesekretärin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, teilte später mit, dass die USA den Truppenabzug aus Syrien begonnen hätten. Sanders merkte jedoch an, dass die (US-geführte) Koalition zur Bekämpfung der Terroristen weiterbestehen werde.

    US-Militär in Syrien

    Dem russischen Außenminister Sergej Lawrow zufolge ist es Moskau noch nicht klar, welchen Algorithmus Washington nach der Entscheidung über den Truppenabzug aus Syrien befolgen wolle. Außerdem würden die Amerikaner nicht immer das tun, was sie versprechen, fügte Lawrow hinzu.

    US-Soldaten in Syrien (Archiv)
    © Foto : U.S. Army/Staff Sgt. Timothy R. Koster

    Die USA und ihre Verbündeten führen seit 2014 eine Operation gegen den IS im Irak und in Syrien durch. Der US-Truppeneinsatz in Syrien erfolgt ohne Genehmigung der Behörden dieses Landes, die dieses Vorgehen als Okkupation betrachten. In Syrien sind rund 2000 US-Soldaten in Einsatz gewesen, die gemeinsam mit den „Demokratischen Kräften Syriens“ (SDF) die an Naturressourcen reichen Gebiete im Norden und Nordosten des Landes kontrolliert haben.

    *IS („Islamischer Staat“, auch Daesh) – eine in Russland verbotene Terrorvereinigung.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Bundesregierung kommentiert einseitigen Abzug der USA aus Syrien
    Politologe Mangott zu Syrien: „Für Russland ist es positiv, wenn die USA abziehen“
    USA erwägen kompletten Abzug ihrer Truppen aus Syrien
    Warum Trump Truppen zurückruft – Syrien-Korrespondentin Leukefeld über US-Abzug