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13:00 23 September 2019
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    Unterstützer des Präsidenten Bashar al-Assad, Syrien (Archiv)

    Washington Post: Isolierung von Assad kann bald Geschichte werden

    © AP Photo / assem Tellawi
    Politik
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    Syriens Präsident Baschar al-Assad ist laut der US-amerikanischen Zeitung „The Washington Post“ bis vor kurzem aus Sicht der Diplomatie ein Ausgestoßener gewesen. Jedoch werde seine Isolierung schwächer: In Damaskus werden einst geschlossene Botschaften wiedereröffnet und seine Gegner aus den arabischen Staaten stellen die Beziehungen wieder her.

    Am Donnerstag sei die Flagge der Vereinigten Arabischen Emirate an einem Gebäudekomplex im Zentrum von Damaskus gehisst worden, da der Geschäftsträger der Emirate, Abdul-Hakim Naimi, offiziell eine diplomatische Vertretung im Land eröffnet habe. „Dieser Schritt unterstreicht den Wunsch der Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate, die Beziehungen zwischen den beiden brüderlichen Ländern wieder normal zu gestalten“, heißt es in einer Erklärung des Außenministeriums.
     
    Am Freitag kündigte das Außenministerium Bahrains an, dass in Syrien „die Arbeit in seiner Botschaft weitergeführt wird“, und dies trotz der Tatsache, dass seit 2011 kein Botschafter dort gewesen sei.

    Diese Schritte seien ziemlich bemerkenswert, wie das Blatt schreibt. Unter anderem seien die Vereinigten Arabischen Emirate ein aktiver Unterstützer der syrischen Oppositionsgruppen sowie ein wichtiger Verbündeter Saudi-Arabiens gewesen. Zudem seien die Emirate früher einer der leidenschaftlichsten Kritiker der Assad-Regierung im Nahen Osten gewesen.

    Sowohl die Vereinigten Arabischen Emirate als auch Bahrain seien Mitglieder der Arabischen Liga, einer regionalen Organisation, die 2011 Syrien ausgeschlossen habe. Viele würden derzeit die Ansicht vertreten, dass diese Entscheidung aufgehoben und Syrien wieder in die Arabische Liga aufgenommen werde. Dies sei nur eine Frage der Zeit.   

    Laut der Zeitung stellen diese Schritte der arabischen Länder offenbar eine Anerkennung des wahrscheinlichen Sieges der syrischen Regierung über die Kräfte dar, die im Jahr 2011 gegen Assad rebelliert hatten.

    Neben der offiziellen Arbeit in den Botschaften habe es weitere Signale gegeben, dass Damaskus wieder in die regionale Gemeinschaft integriert werde. So sei zum Beispiel Anfang dieses Jahres die Grenze zwischen Syrien und Jordanien ungestört geöffnet worden.

    >> Weitere Sputnik-Artikel: Syrien: Gescheiterte Regimewechsler mit Doppelmoral und Einseitigkeit

    Es sei unklar, ob die großen westlichen Länder diesem Beispiel folgen würden, schreibt „The Washington Post“ weiter. Das einzige EU-Land, das derzeit eine Botschaft in Syrien habe, sei die Tschechische Republik.

    Damaskus war 2011 nach dem Beginn des Bürgerkriegs in Syrien diplomatisch von mehreren Ländern isoliert worden. Viele von ihnen hatten ihre Botschaften geschlossen oder aus Sicherheitsgründen die Botschafter abberufen. Einige aber hatten damals deutlich gemacht, dass sie auf diese Weise ihre Verurteilung der Aktivitäten des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad und der Regierung unter seiner Führung zeigen.

    Nach sieben Jahren Krieg bleibt Assad jedoch an der Macht. Die syrische Regierung konnte mit der starken Unterstützung ihrer russischen und iranischen Verbündeten einen Großteil des Landes wieder unter die Kontrolle bekommen und die Rebellen an den Rand der totalen Niederlage bringen.

    In der vergangenen Woche hatte der US-Präsident Donald Trump angekündigt, amerikanische Truppen würden das Land bald verlassen. Damit hat er den Einfluss anderer regionaler Mächte wie des Irans, der Türkei und Russlands tatsächlich gestärkt.

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    Tags:
    Bürgerkrieg, Bashar al-Assad, Donald Trump, Damaskus, Bahrain, Türkei, Iran, Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Russland