02:36 26 April 2019
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    Jair Bolsonaro mit seiner Ehefrau Michelle vor der Vereidigung

    Brasiliens neuer Staatschef: Die krassesten Zitate von Jair Bolsonaro

    © AFP 2019 / Carl De Souza
    Politik
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    Brasilien hat einen neuen Präsidenten: Der ehemalige Fallschirmjäger Jair Bolsonaro wurde am Dienstag als 42. Präsident vereidigt. Über seine Wahl haben sich allerdings nicht alle gefreut. Denn der 63-jährige Politiker ist für seine nicht gerade feine Ausdrucksweise bekannt.

    Man bezeichnet ihn als den „Trump Lateinamerikas“. Er macht keinen Hehl aus seiner tiefen Abneigung gegen die etablierte politische Elite in seinem Land. Hier sind einige Zitate des neuen brasilianischen Präsidenten, die für großen Unmut gesorgt haben:

    „Ich würde Sie nicht vergewaltigen“

    Im Jahr 2014 lieferte sich Bolsonaro ein hitziges Wortgefecht mit der Kongress-Abgeordneten Maria do Rosario. Diese beschimpfte ihn damals als Vergewaltiger.

    „Ich würde Sie nicht vergewaltigen, weil Sie es nicht wert sind“, konterte Bolsonaro. Er sei kein Vergewaltiger, aber wäre er einer, würde er Rosario nicht missbrauchen, weil sie „hässlich“ und „nicht sein Typ“ sei.

    Kein Freund von Schwulen

    Der neue brasilianische Präsident scheint auch kein großer Fan von Homosexuellen zu sein. In einem Interview für Playboy im Jahr 2011sagte er, er wäre nicht dazu fähig, einen schwulen Sohn zu lieben:

    „Mir wäre es lieber, dass mein Sohn bei einem Autounfall ums Leben kommt, als dass er mit einem Typ mit Schnurrbart aufkreuzt.“

    Im Mai 2002 sorgte er für Aufsehen, als er den damaligen Präsidenten Fernando Henrique Cardoso dafür kritisierte, dass dieser sich mit einer Regenbogen-Flagge ablichten ließ.

    „Ich werde dagegen weder kämpfen noch sie diskriminieren. Doch wenn ich zwei Männer auf der Straße küssend sehe, werde ich sie verprügeln.“ 

    Vorwurf der Frauenfeindlichkeit

    Dem konservativen Politiker wird auch Frauenfeindlichkeit vorgeworfen. In einer Rede im Jahr 2017 soll er Folgendes gesagt haben:

    „Ich habe fünf Kinder. Vier davon sind Männer, und dann kam in einem Augenblick der Schwäche das fünfte als Mädchen zur Welt.“

    Dass Frauen oft weniger verdienen als Männer, empfindet Bolsonaro nicht als Ungerechtigkeit: Frauen kosteten Unternehmen mehr Geld, weil sie in den Mutterschaftsurlaub gehen.

    Kritik an der Uno

    Bolsonaro hat keinen großen Respekt vor den Vereinten Nationen: „Wenn ich Präsident werde, werde ich aus der Uno austreten. Diese Organisation taugt nichts. Das ist ein Ort, wo sich Kommunisten und Menschen versammelt haben, die keine Verpflichtungen gegenüber Südamerika empfinden.“

    Trump-"Versteher"

    Der neue Präsident ist nach eigenen Worten ein großer Sympathisant seines US-Amtskollegen Donald Trump: „Ich bin nicht rechtsextrem. Ich bin ein Trump-Sympathisant. Er will Amerika wieder groß machen, und ich will Brasilien groß machen.“

    Wie sein Vorbild äußert sich auch Bolsonaro kritisch über China: „China kauft nichts von Brasilien. Es kauft Brasilien auf“, sagte er in einer TV-Sendung im Jahr 2017.

    Lob für Militärdiktatur

    Vielen bereitet Bolsonaros unverblümtes Lob für die brasilianische Militärdiktatur der Jahre 1964 bis 1985 Sorgen:

    „Der Fehler der Militärdiktatur in Brasilien bestand darin, dass man gefoltert und nicht getötet hat“, sagte er in einem Interview für den Radiosender „Jovem Pan“ im Juni 2016.

    „Ich würde es bevorzugen, in einem Militärregime zu überleben, als in dieser Demokratie zu sterben“, sagte Bolsonaro im Jahr 1994.

    „Pinochet hätte mehr Menschen umbringen sollen.“

    „Während der Militärdiktatur hätte man etwa 30.000 korrupte Politiker erschießen sollen, angefangen mit Präsident Fernando Henrique Cardoso. Das wäre für das Land ein großer Schritt nach vorne gewesen.“

    Und trotz allem haben 55 Prozent der Brasilianer Bolsonaro zum Präsidenten gewählt. Was macht ihn für manche Teile der Wählerschaft so sympathisch? Das kann daran liegen, dass viele Brasilianer einfach nur der Gewalt, Armut und Korruption müde sind.

    Vielen macht Bolsonaro Hoffnung mit seinem Versprechen, Arbeit für alle zu schaffen. Denn die Brasilianer leiden seit Jahren unter den Folgen der schweren Wirtschaftskrise ihres Landes: Millionen Menschen haben durch die Rezession ihre Jobs verloren.

     

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    Tags:
    Präsident, Zitate, Jair Bolsonaro, Brasilien