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04:12 22 Juli 2019
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    Blick auf das Bundestag-Gebäude (Archiv)

    „Sollte Wladimir Putin für Hackerangriff verantwortlich geredet werden, …“

    © AP Photo / Markus Schreiber
    Politik
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    Ilona Pfeffer
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    Welche Daten wurden geleakt? Sind alle Daten echt? Und wer steckt dahinter? Der Hackerangriff auf deutsche Bundestagsabgeordnete, Medienschaffende und Künstler wirft eine Menge Fragen auf, Antworten gibt es bisher hingegen kaum.

    Dennoch ist der Hackerangriff, bei dem sowohl dienstliche Korrespondenz als auch ganz persönliche Daten wie Chatverläufe und private Fotos der Betroffenen auf Twitter veröffentlicht wurden, am Freitag Gesprächsthema Nummer 1. Bekannt geworden ist der Hackerangriff am Donnerstag. Zuvor sind die Daten wochenlang weitgehend unbemerkt auf Twitter verbreitet worden.

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    Im Bundestag sollen nach ersten Informationen Politiker aller Fraktionen bis auf die AfD betroffen sein. Justizministerin Katarina Barley (SPD) sprach laut dpa von einem „schwerwiegenden Angriff“. Ziel der Hacker sei es, das Vertrauen in unsere Demokratie und ihre Institutionen zu beschädigen.

    Während das ganze Ausmaß des Schadens noch nicht klar ist, gibt es Abgeordnete, die bereits Gewissheit darüber haben, dass ihre Daten betroffen sind. So beispielsweise SPD-Abgeordneter Florian Post. Einige Informationen seien echt, darunter Kontoauszüge, bestätigte der Politiker gegenüber der dpa. Andere seien wiederum gefälscht. «Es ist mindestens eine gefälschte Datei dabei. Die gehört mir nicht, sie wurde mir nie geschickt, und ich hab sie nicht gespeichert».

    Linken-Abgeordneter Niema Movassat fragt sich, wie viele andere auch, warum die AfD offenbar als einzige Fraktion nicht von dem Angriff betroffen war.

    Und Saskia Esken (SPD) denkt einen Schritt weiter und stellt eine Verbindung zum rechtsradikalen Netzwerk “Hannibal” in der Bundeswehr her.

    ​​Für FDP-Politiker Christoph Meyer steht zwar noch nicht fest, ob seine eigenen Daten betroffen sind. Aber dass eine bessere Bildung in Sachen Digitales auch einen besseren Schutz vor derartigen Angriffen bieten würde, scheint für ihn auf der Hand zu liegen.

    Vor zu viel Hysterie in der öffentlichen Debatte warnt Tino Sorge (CDU):

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    Und Diether Dehm (Linke) bringt es auf den Punkt: Soll etwa schon wieder der Russe schuld sein?

    Im Laufe des Tages werden weitere öffentliche Stellungnahmen von Abgeordneten des Bundestages erwartet. Die SPD-Fraktion hat eine Sondersitzung des Internetausschusses des Bundestages beantragt.

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    Tags:
    Debatte, Passwörter, Digitalisierung, Hysterie, Daten, Abgeordnete, AfD, SPD, Bundestag, Wladimir Putin, Deutschland