18:40 21 Januar 2019
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    Daten hunderter deutscher Politiker geleakt – Bundesregierung reagiert

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    Politik
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    Nach dem Massendurchsickern von Daten und Dokumenten deutscher Politiker und Prominenter ins Internet haben Vertreter der deutschen Regierung Stellung genommen.

    Im Zusammenhang mit dem massiven Hackerangriff auf deutsche Politiker haben die Sicherheitsbehörden Deutschlands den US-Geheimdienst NSA (National Security Agency, dt. Nationale Sicherheitsbehörde) um Hilfe bei der Aufklärung des Vorfalls gebeten. Dies hat die „Bild”-Zeitung am Freitag mitgeteilt.

    In der Affäre um die Veröffentlichung von Daten Hunderter Politiker gibt es Hinweise darauf, dass dabei das Ausspähen von Passwörtern eine zentrale Rolle spielt.

    „Nach einer ersten Analyse deutet vieles darauf hin, dass Daten durch die missbräuchliche Nutzung von Zugangsdaten zu Clouddiensten, zu E-Mail-Accounts oder zu sozialen Netzwerken erlangt wurden”, zitiert die Agentur Reuters den Bundesinnenminister Horst Seehofer am Freitag.

    Es gebe aber keine Indizien dafür, dass Systeme des Bundestages oder der Bundesregierung „kompromittiert worden sind”.

    „Es wird mit Hochdruck daran gearbeitet, den Urheber der Veröffentlichung ausfindig zu machen”, so Seehofer weiter.

    Regierungsvertreter teilten in einer Pressekonferenz am Freitag mit, dass keine „sensiblen Daten” von Ministerien, der Bundeskanzlerin oder der Bundeswehr veröffentlicht worden seien. Allerdings liefen die Ermittlungen noch, detailliertere Aussagen seien im Moment „verfrüht”.

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    Die Bundesregierung prüfe, ob es sich bei der massenhaften Veröffentlichung persönlicher Daten im Internet überhaupt um einen Hackerangriff handelt. Man halte es auch für möglich, dass jemand, der durch seine Tätigkeit Zugang zu sensiblen Daten habe, diese online gestellt haben könnte.

    Medienberichten zufolge steht bereits fest, dass der Datenabfluss nicht über das Regierungsnetz erfolgt sei. Ein möglicher Angriffspunkt sei das Netz des Bundestages.

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    Auf die Frage, ob hinter der Attacke ausländische Sicherheitsdienste stehen, reagierte ein Sprecher des Innenministeriums gelassen. Das sei geprüft worden, hieß es.

    Die deutsche Justizministerin, Katarina Barley, bezeichnete die massenhafte Veröffentlichung teils sensibler Daten von Politikern, Parteien und Prominenten als „schwerwiegenden Angriff“.

    „Die Veröffentlichung persönlicher Daten ist ein schwerwiegender Angriff auf das Recht auf Privatsphäre und damit einen Grundpfeiler unserer Demokratie. Die Urheber wollen Vertrauen in unsere Demokratie und ihre Institutionen beschädigen“, so Barley.

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    Der Vorsitzende der CDU/CSU-Abgeordneten im Europaparlament, Daniel Caspary, wies auf einen möglichen „politischen Hintergrund“ der Veröffentlichungen hin und rief laut Medien dazu auf, die Datenpakete „komplett zu ignorieren“.

    Vor Weihnachten soll früheren Medienberichten zufolge die Verbreitung der geleakten Daten von Politikern, Parteien und Prominenten über einen Twitter-Account angefangen haben. Darunter sind angeblich auch private Chat-Nachrichten und Kreditkarteninformationen sowie auch Handynummern und Adressen. Betroffen sollen dabei alle Parteien des Bundestags außer der AfD sein.

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