04:35 22 April 2019
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    Darum lädt Nasa Roskosmos-Chef aus – Experte

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    Politik
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    Der Chef der russischen Denkfabrik „Institut für nationale Strategie“ Dmitri Remisow hat in einem Interview mit Sputnik aufgeklärt, was den USA-Besuch des Direktors der russischen Raumfahrtbehörde, Dmitri Rogosin, verhindert hat und wie die nationale Raumfahrtstrategie Russlands in diesem Zusammenhang revidiert werden muss.

    Am Samstag hatte Nasa-Direktor Jim Bridenstine in einem Interview mit der Zeitung „The Washington Post" mitgeteilt, er habe den Interessen der US-Senatoren nachgegeben, die gegen den USA-Besuch von Rogosin aufgetreten seien, und die Einladung des Roskosmos-Chefs in die USA zurückgezogen. Die russische Raumfahrtbehörde gab am Sonnntag bekannt, sie habe bislang keine offizielle Ausladung von der Nasa bekommen.

    „Dieser Zwischenfall mit Rogosin bestätigt die These, dass die bilateralen Beziehungen immer weniger vom personellen Faktor abhängen", sagte Remisow. US-Präsident Trump, der ursprünglich auf die Zusammenarbeit mit Russland eingestimmt gewesen sei, sowie der Nasa-Chef Bridenstine könnten ihre Absichten wegen politischer Hindernisse nicht umsetzen, die „konjunkturbezogen" seien.

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    „In der US-Politik hat sich eine etablierte antirussische Lobby gebildet, eine antirussische Koalition, die das Zusammenwirken in den strategisch wichtigen Bereichen blockiert", so der  Experte.

    „Der Spielraum des US-russischen Dialogs schrumpft wie Chagrinleder ein. Bislang war die Raumfahrtindustrie ein Bereich eines ziemlich engen Zusammenwirkens, man kann sogar sagen, der Kooperation. Wenn wir wiederum die (Internationale Raumstation) ISS nehmen, ist dort die Rede von einer ernsthaften gegenseitigen Abhängigkeit von Russland und Amerika. Dieses Zusammenwirken ist für beide Seiten vorteilhaft", betonte Remisow.

    Nach Ansicht des Experten ist die Ausladung von Rogosin ein Grund für Russland, seine Strategie im Bereich der Weltraumfahrt umzudenken.

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    Das Zusammenwirken mit den USA müsse zwar fortgesetzt werden, ist sich der Experte sicher.  Mit einer engen Zusammenarbeit bei aussichtsreichen Projekten sei jedoch nicht zu rechnen, „Eine Zusammenarbeit ist auch weiterhin möglich, allerdings nicht in der Form von Kooperation, wie es mit der ISS der Fall war". Zukünftig würden jedoch solche Formen der Zusammenarbeit bestehen wie der wissenschaftliche Informationsaustausch, Lieferung von Bauteilen und Kauf von Dienstleistungen, sagte er.

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    Tags:
    Revidierung, Ausladung, Besuch, Kooperation, Zusammenarbeit, NASA, Roskosmos, Jim Bridenstine, Dmitri Rogosin, USA, Russland