09:03 20 März 2019
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    Julia Skripal (Archivbild)

    Russische Botschaft: Skripals in Großbritannien gewaltsam festgehalten

    © AFP 2018 / DYLAN MARTINEZ / POOL
    Politik
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    Entgegen der Informationen der Zeitung „The Telegraph“ geht die russische Botschaft in London nach wie vor davon aus, dass der ehemalige Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia, die im März angeblich Opfer eines Giftanschlags geworden sind, in Großbritannien gewaltsam festgehalten werden.

    Die russische Botschaft Russlands in London hat den britischen Behörden abermals vorgeworfen, den ehemaligen Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter Julia gewaltsam festzuhalten.

    Gegenteilige Informationen der Zeitung „The Telegraph“, laut denen sich die Skripals zehn Monate nach der angeblichen Vergiftung äußerlich stark verändert haben und nun im südlichen England leben sollen, seien nichts weiter als „nicht verifizierbare Mutmaßungen“, erklärte die Botschaft am Dienstag.

    Auch den Angaben, laut denen Julia Skripal einen mit ihren Russischkenntnissen verbundenen Job bekommen haben und Kontakte zu Angehörigen und Freunden unterhalten soll, ist nach Einschätzung der Botschaft nicht zu trauen.

    „In Wirklichkeit hat Sergej Skripals betagte Mutter in den vergangenen Monaten keine Gelegenheit gehabt, mit ihrem Sohn oder mit Julia zu reden.“

    Darüber hinaus wisse die Öffentlichkeit immer noch nicht, wo Sergej und Julia Skripal waren und was sie taten, nachdem sie am frühen Morgen des 4. März mit angeblich abgeschalteten Handys ihr Haus verlassen und sich Richtung Labor Porton Down begeben hatten.

    „Die russischen Staatsbürger Sergej und Julia Skripal werden weiter gewaltsam festgehalten, während die wahren Umstände des Vorfalls vom 4. März unaufgeklärt bleiben“, resümierte die Botschaft.

    Der frühere russisch-britische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia, die am 4. März vergangenen Jahres unweit des geheimen Militärlabors Porton Down bewusstlos aufgefunden wurden, waren nach Darstellung der britischen Regierung mit dem tödlichen Giftstoff A234, im Westen unter dem russischen Namen Nowitschok bekannt, vergiftet worden. Ihre schnelle Genesung halten Experten jedoch für überraschend

    Die britische Regierung machte umgehend Russland für das mutmaßliche Attentat verantwortlich. Russland weist diesen Vorwurf von sich und fordert eine unabhängige Aufklärung. Die britische Premierministerin Theresa May ließ 23 russische Diplomaten auweisen. Aus „Solidarität“ mit London wiesen auch die USA, Deutschland und viele weitere EU-Staaten Dutzenden russischen Diplomaten die Tür.

    Als Reaktion wies auch Moskau westliche Diplomaten aus. Anfang September hat die britische Polizei Bilder von zwei Verdächtigen veröffentlicht. Bei ihnen soll es sich um Mitarbeiter des russischen Militär-Nachrichtendienstes GRU  handeln. Am 5. September hat die britische Staatsanwaltschaft gegen Alexander Petrow und Ruslan Boschirow Anklage erhoben. Nach russischen Angaben haben die beiden nie beim GRU gearbeitet.

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    Botschaft, Julia Skripal, Sergej Skripal, Großbritannien, Russland