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    Russische Nationalflagge ist auf dem Bangui-Stadiun während des Schönheitswettbewerbs der Zentralafrikanischen Republik zu sehen

    Russische Militärbasis bald in Afrika? Ministerin gibt sich verhalten

    © AFP 2019 / Florent Vergnes
    Politik
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    Die Verteidigungsministerin der Zentralafrikanischen Republik (ZAR), Marie-Noelle Koyara, hat sich im Interview mit Sputnik zu den Aktivitäten des Militärzentrums in Berengo geäußert. Dabei hat sie von einer klaren Antwort hinsichtlich des Aufbaus eines russischen Stützpunktes im Land abgesehen. Ihr zufolge muss solch ein Vertrag „reifen“.

    „Als wir Berengo zu einem Trainingszentrum für unser Militär machten, begannen die Leute zu reden, dass man Berengo in einen russischen Militärstützpunkt verwandeln wird. Das sind Spekulationen. Die Leute reden, und wir arbeiten hier auf der Grundlage unseres Vertrags und nicht aufgrund von Spekulationen“, betonte Koyara.

    Dabei ging die Verteidigungsministerin auch auf die Frage des Aufbaus eines russischen Militärstützpunktes im Lande ein. „Das haben wir noch nicht besprechen müsssen. Alles wird im Rahmen des von uns unterzeichneten Militärvertrags ablaufen. Dieser Vertrag ist die Grundlage aller unserer Initiativen (…).

    Es muss noch viel getan werden, aber es wird Diskussionen zwischen dem Oberbefehlshaber (dem Präsidenten der Republik) und seinen Kollegen geben. Und die Minister werden sie umsetzen.“

    „Ich möchte nicht wirklich auf die Details dessen eingehen, was im Rahmen unseres Vertrags noch nicht aufgenommen wurde; es ist ein Vertrag, der reifen muss.“

    Unter Beteiligung russischer Instrukteure seien bereits 13.000 Soldaten der Zentralafrikanischen Republik ausgebildet worden, was sich bereits positiv auf die Lage im Land ausgewirkt habe, sagte Koyara gegenüber Sputnik.

    Russland sei nach wie vor das einzige Land auf der Welt, das Waffen geliefert habe und die Ausbildung der Armee der Zentralafrikanischen Republik durchführe, so die Verteidigungsministerin.

    „Ich möchte mich Russland erkenntlich zeigen, dass es derzeit das einzige Land ist, das uns Waffen für die Stärkung der staatlichen Institutionen zur Verfügung gestellt hat, dass unsere Streitkräfte ausbildet und einsatzbereit macht“, sagte Koyara weiter.

    Im August 2018 hatten Russland und die Zentralafrikanische Republik ein Militärabkommen unterzeichnet. Danach wurde in Berengo ein Zentrum errichtet, wo die Soldaten mit Hilfe russischer Instrukteure lernen, mit Waffen umzugehen. Zudem werden sie in Kampftechniken ausgebildet.

    Die Lage in der Zentralafrikanischen Republik hatte sich Anfang Dezember 2013 verschärft, als es in der Hauptstadt Bangui zu Zusammenstößen zwischen den Rebellen der mehrheitlich muslimischen Seleka-Gruppe und der christlichen Anti-Balaka-Miliz gekommen war. Nach Angaben der Vereinten Nationen (Stand: Ende Juli 2018) waren während des Konflikts bis zu einer Million Menschen gezwungen, ihre Häuser zu verlassen. Dabei waren rund 6000 Menschen getötet worden.

    Anfang August 2018 hatte in Khartum, der Hauptstadt Sudans, ein Treffen der größten bewaffneten Gruppen in der ZAR – der Anti-Balaka-Kämpfer und der Seleka-Rebellen – stattgefunden. Sie hatten sich auf die Gründung der Zentralafrikanischen Union geeinigt, einer gemeinsamen Plattform für Beratungen zur Deeskalation. In der am Ende des Treffens verabschiedeten Erklärung wurde unter anderem die Regierung des Landes dazu aufgefordert, mit Unterstützung Russlands, der EU sowie regionaler und internationaler Organisationen die Arbeit an einem Versöhnungsprozess aufzunehmen.

    >> Weitere Sputnik-Artikel: Info über russische Militärpräsenz in Zentralafrika „grob verzerrt“ – Sacharowa

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    Tags:
    EU, Marie-Noelle Koyara, Zentralafrikanische Republik, Sudan, Russland