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05:48 20 Oktober 2019
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    US-U-Boot im Rahmen der arktischen Militärübung ICEX 2018

    USA wollen russischen Einfluss in der Arktis schwächen – Zeitung

    © AP Photo / MC 2nd Class Micheal H. Lee/U.S. Navy
    Politik
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    Die Zeitung „The Wall Street Journal“ ist auf die Pläne der US-Marine eingegangen, ihre Aktivitäten im hohen Norden auszubauen und den Einfluss Russlands in der Region zu schwächen.

    In der vergangenen Woche hatte der US-Marineminister Richard Spencer in einem Interview mit der Zeitung bekannt gegeben, dass ein Kriegsschiff der US-Marine im kommenden Sommer im Rahmen des Programms „Operationen zur Gewährleistung der Schifffahrtsfreiheit" (FONOP) durch die arktischen Gewässer fahren soll. Laut dem Sprecher der US-Navy Jereal Dorsey soll dies das erste Mal sein, dass die US-Marine eine solche FONOP-Operation in der Arktis durchführt.

    Zudem würden die Vereinigten Staaten planen, wieder Truppen auf der Insel Adak (US-Bundesstaat Alaska) zu stationieren, sagte Spencer. Dabei solle es sich um Überwasserschiffe und Patrouillen- und Aufklärungsflugzeuge des Typs P-8 Poseidon handeln.

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    In der Zeit von 1942 bis 1997 ist auf der Insel Adak ein US-Militärstützpunkt in Betrieb gewesen. 1991 wurden die US-Truppen jedoch von dort abgezogen. Bemerkenswert ist, dass die Insel nicht weit vom russischen Staatsgebiet entfernt ist.

    Die Zeitung betont unter Verweis auf die Angaben des US-Rechnungshofes, dass die globale Erwärmung neue transarktische Seerouten eröffnen könnte. Dies könnte weitere Spannungen im Handels- und Verteidigungsbereich auslösen.

    Die USA und ihre Verbündeten hätten die Freiheit der Schifffahrt auf der ganzen Welt genutzt, um das Recht geltend zu machen, frei auf Wasserstraßen zu operieren, auf denen es territoriale Streitigkeiten gebe, so die Zeitung. Dies werde in der Hoffnung getan, den „übermäßigen Ansprüchen" anderer Länder entgegen zu wirken.
    „Dutzende solcher Operationen im Südchinesischen Meer haben sich gegen übermäßige chinesische Seeforderungen um Inseln und Außenposten in der gesamten Region gerichtet", heißt es.

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    China habe im vergangenen Jahr eine umfassende Arktispolitik verabschiedet und plane den Aufbau einer „Polar-Seidenstraße", um freies Handeln ihrer Flotte in der Region zu sichern, erinnert die „Wall Street Journal" ihre Leser. Russland habe seinerseits dank seiner langen Nordgrenze und den Handelsaussichten bereits seit langem seinen Einfluss in der Arktis erweitert.

    Die US-Beamten würden allerdings zugeben, dass sie die Bedeutung der Aufstockung ihres Potentials in der Arktis-Region unterschätzt hätten. Deshalb könnte die US-Marine bei der Umsetzung ihrer Pläne mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert werden, so die Zeitung weiter.

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    Dies sei unter anderem darauf zurückzuführen, dass die Operationen im hohen Norden eine Koordination mit der Küstenwache fordern würden – die jedoch einen einzigen Eisbrecher in der Region betreibe, während Russland Dutzende von Eisbrechern betreibe und  China eine Flotte solcher Schiffe baue. Schiffe, die regelmäßig in eisigen Gewässern fahren würden, müssten eisgehärtet oder winterfest gemacht werden. Allerdings konzentriere sich die bestehende Politik größtenteils auf die U-Boot- und Luftpatrouillenfähigkeiten der Marine – und nicht auf die Oberflächennavigation, betonte Spencer.

    Im Sommer 2018 hatte der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu vor einem drohenden Konflikt in der Arktiszone gewarnt. Die deutsche Medien betonten später, die US-Aktivitäten zur „Sicherung der Freiheit der Schifffahrt" sollten in den Regionen unternommen werden, die von Moskau beansprucht würden, und könnten Zwischenfälle wie den in der Straße von Kertsch zur Folge haben.

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    Tags:
    Route, Kriegsschiffe, Richard V. Spencer, Richard Spencer, Arktis, China, Russland, USA