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11:34 20 August 2019
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    Röhren für die Gaspipeline Nord Stream 2 (Archivbild)

    Selbständigkeit von Firmen respektieren: China zu Grenells Drohbriefen

    © Foto: Nord Stream 2
    Politik
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    Die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, Hua Chunying, hat die Briefe des US-Botschafters Richard Grenell an deutsche Unternehmen kommentiert, in denen er vor einer weiteren Beteiligung an dem Projekt Nord Stream gewarnt haben soll.

    „Wir wurden auf relevante Berichte sowie auf die harte Gegenreaktion aufmerksam, die sie in Deutschland hervorgerufen hatten", sagte Hua Chunying, bei einem Briefing.

    Unternehmen aller Länder hätten das Recht, jegliche Entscheidungen über die Zusammenarbeit mit ausländischen Firmen und über die Kotaktenpflege zu ihnen selbständig zu treffen, betonte sie. „Jedes Land und jeder Mensch sollten das in vollem Maße respektieren", fügte sie hinzu.

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    Medienberichten zufolge hatte Grenell in seinen Briefen mehreren deutschen Unternehmen mit US-Sanktionen gedroht, sollten sie sich an dem Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 beteiligen. Ein Sprecher des US-Botschafters sage, die Briefe seien nicht als Drohung aufzufassen, sondern als „klare Botschaft der US-Politik".

    Nord Stream 2 soll wie Nord Stream 1 Gas aus Russland durch die Ostsee nach Deutschland leiten. Bisherige Transitstaaten wie die Ukraine würden damit umgangen werden, was dort für heftige Kritik sorgt.

    Gegen das Projekt machen mehrere Länder Front. Dazu gehört unter anderem die Ukraine, die um ihre Einnahmen aus dem Transit russischen Gases bangt. Die russische Seite hatte wiederholt erklärt, dass es sich um ein rein wirtschaftliches Projekt handle und keinen Stopp des Gastransits durch die Ukraine bedeute. Der russische Präsident Wladimir Putin betonte, dem US-Präsident Donald Trump gehe es in dieser Situation lediglich um die Interessen der US-Unternehmen, die Flüssiggas nach Europa liefern sollten.

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    Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte mehrmals betont, Deutschland betrachte Nord Stream 2 als ein kommerzielles Projekt. Allerdings sei Berlin überzeugt, dass die Ukraine ihre Rolle als Transitland auch nach der Fertigstellung von Nord Stream 2 behalten solle.

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    Tags:
    Unternehmen, Sanktionen, Drohungen, Briefe, Nord Stream 2, Hua Chunying, Richard Grenell, China, Deutschland, USA