02:11 31 März 2020
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    Die Europäische Union und London sollen nach der Vorstellung deutscher Wirtschaftsexperten beim Brexit eine Lösung nach Schweizer Vorbild anpeilen. Die Lage ist verfahren, neue Ansätze müssen her, erklärt Gabriel Felbermayr, Ökonom des Münchner ifo-Wirtschaftsinstituts. Großbritannien solle es wie die Schweiz machen.

    Das in München beheimatete ifo Institut für Wirtschaftsforschung habe die EU aufgefordert, dem Vereinigten Königreich eine Lösung nach Vorbild des Schweizer Modells anzubieten. Das geht aus einer aktuellen Pressemitteilung des Instituts hervor, die der Redaktion vorliegt.

    >>>Furcht vor Chaos-Brexit: Britische Regierung bucht Fähren – Reuters<<<

    „Angesichts der verfahrenen Lage müssen neue Ansätze her“, wird darin Wirtschaftsforscher Gabriel Felbermayr, Leiter des „ifo“-Zentrums für Außenwirtschaft, zitiert.

    „Beim Schweizer Modell würde das Land zwar aus der politischen Union ausscheiden, aber eine enge Zusammenarbeit auf so vielen Politikfeldern wie möglich würde durch eine Vielzahl an bilateralen Abkommen erreicht“, sagte er. „Zentraler Ankerpunkt sollte eine weitere Mitgliedschaft des Vereinigten Königreichs in der europäischen Zollunion sein, wobei es bei handelspolitischen Entscheidungen weiter mitreden  sollte. Diesen Weg halten wir für gangbar und gesichtswahrend.“

    Die EU als großer Marktplatz stelle einen Mehrwert für ihre Mitglieder sowie für die weiteren Teilnehmer bereit. Eine Vergrößerung dieses Marktplatzes sei im Interesse aller Beteiligten.

    Die britische EU-Vollmitgliedschaft, die bei einem Brexit zu Ende gehen würde, sollte nach den Wunschvorstellungen der Ökonomen durch bilaterale, also zwischenstaatliche Abkommen geregelt werden. Sprich: London solle mit Brüssel, das den EU-Staatenverbund repräsentiert, über Einzelpunkte beraten, verhandeln und so zu Lösungen kommen.

    Erst kürzlich warnten Abgeordnete im britischen Oberhaus „sowohl vor dem Brexit-Deal von Premierministerin Theresa May, wie auch vor einem EU-Ausstieg ohne Abkommen“, wie die „Süddeutsche Zeitung“ am Dienstag berichtete.

    Die Abstimmung im Unterhaus über die Brexit-Vereinbarung zwischen London und den 27 anderen EU-Mitgliedstaaten ist für Dienstagabend geplant.

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    Tags:
    EU-Ausstieg, Ratifizierung, Abkommen, Lösung, Brexit, britisches Unterhaus, House of Commons, Zollunion, EU, Theresa May, Europa, Schweiz, Großbritannien