06:16 23 April 2019
SNA Radio
    Russlands Präsident Wladimir Putin in Kemerowo

    Putin warnt vor Eskalation im Kosovo und staunt über EU

    © Sputnik / Aleksej Druschinin
    Politik
    Zum Kurzlink
    6434322

    Wladimir Putin hat die Entscheidung des selbsterklärten Kosovo, eine eigene Armee zu gründen, verurteilt und der EU ein „passives“ Verhalten vorgehalten. Eine Kosovo-Armee, die von den Serben als Bedrohung empfunden werde, könnte die Lage eskalieren lassen, warnt der russische Präsident.

    Die vom Parlament im Pristina beschlossene Transformation der Streitkräfte in eine Armee könne laut Russlands Präsident Wladimir Putin zu neuen Spannungen in der Region führen.  Moskau sei erstraunt, wie gelassen die EU diese Entscheidung aufgenommen habe.

    „Die recht passive Reaktion der Europäischen Union hat uns erstaunt“, sagte Putin in einem Interview für serbische Medien anlässlich seines bevorstehenden Besuchs in Belgrad. „Denn die in dieser Provinz lebenden Serben nehmen diesen Schritt als eine direkte Bedrohung wahr. Außerdem birgt er ernsthafte Risiken einer Verschärfung der Lage in der Region.“

    Laut dem Kremlchef liegt es „kaum im Interesse der EU, bei solchen einseitigen Aktionen, die das Völkerrecht grob verletzen, wegzuschauen. Besonders dann nicht, wenn Brüssel auch weiterhin zwischen Belgrad und Pristina vermitteln  will.“

    Das Parlament im Kosovo hatte im Dezember den Aufbau einer eigenen Armee beschlossen. Die serbische Minderheit boykottierte die Abstimmung.

    Das Kosovo selbst ist nur teilweise anerkannt. Diese mehrheitlich von Albanern bewohnte südserbische Provinz hatte 2008 mit Rückendeckung westlicher Staaten ihre Unabhängigkeit ausgerufen. Der rechtliche Status der Region ist immer noch umstritten. Serbien erkennt die Abtrennung nicht an. Die UN-Vetomacht Russland erklärte schon damals, sie werde nur eine Lösung mit Serbiens Zustimmung mittragen.

    Obwohl mehr als die Hälfte der 192 UN-Nationen den Kosovo als unabhängigen Staat anerkannt hat, verpflichtet die Resolution 1244 des UN-Sicherheitsrates alle UN-Mitgliedsstaaten zur Wahrung der „Souveränität und Integrität der Bundesrepublik Jugoslawien“, deren Rechtsnachfolger Serbien ist.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    UN-Vetomacht Russland fordert: Aufbau von Kosovo-Armee sofort rückgängig machen
    Tags:
    Wladimir Putin, Pristina, EU, Belgrad, Kosovo, Serbien, Russland