04:30 02 Juni 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    2914188
    Abonnieren

    Die aus Russland ausgewiesene ukrainische Journalistin Jelena Boiko ist in der Ukraine auf Gerichtsbeschluss in Haft genommen worden.

    Wie der Fernsehsender ATN im ukrainischen Charkiw mitteilte, hat der Sicherheitsdienst SBU ein Strafverfahren gegen die Journalistin eingeleitet.

    Boiko ist für ihre Kritik an der Politik des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko bekannt. Wie zuvor berichtet wurde, kann die Journalistin wegen Separatismus und Staatsverrat verdächtigt werden.

    Die Journalistin soll nun nach Lwiw übergeführt werden, wie das ukrainische Portal Zaxid.net unter Berufung auf den Pressesprecher der SBU-Abteilung von Lwiw, Oleg Aleksandrow, berichtet.

    Mitte Dezember 2018 war Boiko in Moskau wegen Verstoß gegen die Aufenthaltsregeln in Russland vor Gericht gekommen. Sie erklärte vor Gericht, sie könne nicht in die Ukraine zurückkehren, weil dort gegen sie ein Strafverfahren laufe. Boiko bekannte ihre Schuld und erläuterte, sie sei für die Teilnahme als Expertin an Fernsehsendungen nach Russland gekommen, habe jedoch kein Patent für ihre Arbeitstätigkeit anstellen lassen, weil sie nur Einzelaufträge bekommen habe.

    Das Preobraschenski-Bezirksgericht in Moskau hatte die Journalistin der Verletzung der Aufenthaltsordnung in Russland für schuldig anerkannt, sie mit einer Geldstrafe von 5.000 Rubel (etwa 65 Euro) belegt und einen Ausweisungsbeschluss gefasst.

    Nach den Worten der Anwältin der Journalistin, Galina Perfiljewa, habe Boiko am Grenzkontrollpunkt Nachotejewka, wo sie hingebracht worden war, einen Asylantrag gestellt. Sie erhielt eine abschlägige Antwort und wurde in die Ukraine abgeschoben.

    Laut Perfiljewa versucht ihre Mandantin weiter, den Ausweisungsbeschluss zu bestreiten, und hofft auf politisches Asyl in Russland.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Peskow: Ukrainische Journalisten können in Russland sicher arbeiten
    In nur sechs Monaten: Mehr als 40 gewalttätige Angriffe auf ukrainische Journalisten
    Ärger bei Euronews: Ukrainische Journalisten wollen in russische Redaktion wechseln
    Floyd-Proteste: Sputnik-Reporter dokumentiert Eskalation in Washington – Fotos und Videos
    Tags:
    Aufenthaltsregeln, Strafverfahren, Haft, Gericht, Ukrainischer Sicherheitsdienst SBU, Russland, Ukraine