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07:20 18 Juli 2019
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    Russischer Raketenkomplex „Iskander-M“, der mit den Raketen 9M729 aufgerüstet sein kann (Archiv)Russischer Vizeaußenminister Sergej Rjabkow

    9М729-Rakete doch unterhalb verbotener Reichweite? Moskau sieht USA in Erklärungsnot

    © Sputnik / Stringer © RIA Novosti . Valeriy Melnikov
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    Im Streit um die angebliche Verletzung des INF-Vertrags fordert Russland von den USA, ihre Vorwürfe mit konkreten Fakten zu untermauern. Die von Washington in die Welt gesetzte Darstellung, dass die russische Rakete 9M729 diesen wichtigen Abrüstungsvertrag verletzt, weist Moskau als aus der Luft gegriffen zurück.

    Die USA haben laut Russlands Vizeaußenminister Sergej Rjabkow bisher nicht näher erläutert, weshalb sie der Meinung seien, dass die Rakete 9M729 gegen den INF-Vertrag über das Verbot von Raketen und Marschflugkörpern mit kürzerer und mittlerer Reichweite verstößt. 

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    „Wir erfüllen den Vertrag in vollem Umfang, ohne Ausnahmen, ohne Abweichungen von den Forderungen, unser System 9M729 ist nie auf eine durch den Vertrag verbotene Reichweite getestet worden“, sagte Rjabkow am Donnerstag.

    „Wir sehen keine anderen Gründe, aus denen die USA uns Beanstandungen in Bezug auf den Vertrag unterbreiten könnten, und konkret zu diesem System erwiesen sie sich als unfähig, uns eine sachliche konkrete Information darüber zur Verfügung zu stellen, weshalb sie schlussfolgern, dass diese Rakete nicht den Forderungen  des Vertrags entspricht.“.

    Die Vizeaußenministerin der USA für Rüstungskontrolle und internationale Sicherheit, Andrea Thompson, hatte zuvor erklärt, dass die USA ihre Verpflichtungen zum INF-Vertrag zur erklärten Frist im Februar aussetzen, sollte Russland keine Beweise für dessen Befolgung vorlegen.

    Ihrer Behauptung zufolge geht es um eine kontrollierbare Zerstörung der Raketen 9M729 (Nato-Code SSC-9), zu der die USA Fragen haben. Nach russischen Angaben hat die Reichweite der Rakete 9M729 bei Testflügen 476 Kilometer betragen, was durchaus im zulässigen Rahmen von 500 Kilometern liegt, den die Bedingungen des INF-Vertrages vorschreiben.

    Bei dem jüngsten Treffen mit den USA zum INF-Vertrag in Genf haben russische Vertreter sich zur Transparenz hinsichtlich der Rakete 9M729 bereit erklärt, aber Washington müsse seinerseits Russlands Besorgnisse in Betracht ziehen. Das betreffe auch den Einsatz von Raketenzielen und Kampf-Drohnen sowie die mögliche Anwendung der universellen Abschussanlagen MK41 in Europa für den Start von nicht nur Abfangraketen, sondern auch Marschflugkörpern.

    >>>Andere Sputnik-Artikel: Von USA bemängelte russische Rakete verstößt nicht gegen INF-Vertrag – Experte<<<

    In den letzten Jahren werfen Moskau und Washington einander regelmäßig vor, gegen den INF-Vertrag zu verstoßen. Dieser 1987 zwischen den USA und der damaligen Sowjetunion geschlossene Abrüstungspakt sieht die Abschaffung aller bodengestützten, nuklear bestückbaren Raketen mit einer Reichweite von 500 bis 5500 Kilometer vor.

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    Tags:
    Gründe, Vorwurf, Verbot, INF-Vertrag, USA, Russland