10:38 23 April 2019
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    Facebook-Logo in Farben der russischen Nationalflagge (Symbolbild)

    Facebook sponsert antirussische „Integrity Initiative” mit 100.000 Pfund

    © Sputnik / Natalia Seliwerstowa
    Politik
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    Armin Siebert
    „Integrity Initiative“: Auf den Spuren von antirussischer Beeinflussungskampagne in Deutschland (7)
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    Das britische Geheimprogramm „Integrity Initiative”, das weltweit antirussische Kräfte bündeln soll, wird nicht nur vom britischen Außenministerium und der Nato finanziert. Wie geleakte Dokumente belegen, ist einer der Hauptsponsoren des Propagandaprogramms das soziale Netzwerk Facebook.

    Das von Großbritannien initiierte Geheimprojekt „Integrity Initiative” soll gezielt in ganz Europa einflussreiche Persönlichkeiten und Journalisten gewinnen, um anti-russische Propaganda zu verbreiten. Offiziell geht es dabei um den Kampf gegen russische Desinformation. Die Ausrichtung der bisherigen Arbeit und die Auswahl der Mitarbeiter legen jedoch nahe, dass es eher darum geht, antirussische Standpunkte zu verbreiten und letzte objektive oder gar prorussische Stimmen in Medien, Wissenschaft und Politik zu verdrängen.

    Die Operation „Integrity Initiative” hat einen gehörigen Dämpfer erfahren, als die Hackergruppe Anonymous Ende vergangenen Jahres umfangreiche interne Dokumente des britischen Datenprojekts online stellte. Detailliert wird aufgeführt, wie sich die Initiative finanziert, wie weit die Bildung regionaler Cluster in verschiedenen Ländern vorangeschritten ist und wie die ideologische Ausrichtung der Arbeit aussieht.

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    Einer Gruppe von britischen Forschern unter Leitung des Journalistik-Professor Piers Robinson ist es zu verdanken, dass die geleakten Dokumenten nun erstmals grob kategorisiert und analysiert wurden. Hier finden Sie auf Englisch eine Übersicht über die internen Berichte der „Integrity Initiative”.

    Litauisches Verteidigungsministerium unterstützt Propagandaprogramm

    Eines dieser Dokumente schlüsselt detailliert die Finanzierung der „Integrity Initiative” auf. Das aktuelle Jahresbudget des Programms beträgt in etwa 2,6 Millionen Britische Pfund, was knapp drei Millionen Euro entspricht. Während der Großteil der Finanzierung vom Außenministerium des Vereinigten Königreichs kommt, wird ein Teil der Kosten von der Nato, dem US-Außenministerium und anderen Partnern wie obskurer Weise dem litauischen Verteidigungsministerium getragen. Es dürfte einzigartig sein, dass ein osteuropäisches Ministerium eine Einrichtung in Westeuropa sponsert. Angesichts der litauischen Paranoia vor russischer Einmischung ist dies allerdings auch wieder nicht überraschend.

    Facebook gibt 100.000 Pfund für „Forschung und Bildung“

    Auch nur auf den ersten Blick überraschend ist, dass das soziale Netzwerk Facebook dieses antirussische Geheimprojekt unterstützt.

    Auszug aus dem Finanzierungsantrag der “Integrity Initiative” an das britische Außenministerium für 2018/19
    © Foto : Screenshot
    Auszug aus dem Finanzierungsantrag der “Integrity Initiative” an das britische Außenministerium für 2018/19

    Laut dem Finanzierungsantrag der „Integrity Initiative” an das britische Außenministerium unterstützt Facebook die Initiative allein im Geschäftsjahr 2018/19 mit 100.000 Pfund Sterling. Als Finanzierungsziel wird „Forschung und Bildung“ angegeben. Gemeint ist wahrscheinlich die Untersuchung der Aktivitäten russischer Teilnehmer auf Facebook. Das soziale Netzwerk war im Zuge der Untersuchungen zu einem möglichen russischen Einfluss auf die US-Präsidentschaftswahlen 2016 unter Druck geraten. Möglicherweise will sich das global erfolgreiche Social-Media-Network nun durch Kooperationen mit entsprechenden antirussischen Initiativen „reinwaschen“.

    Facebook freiwillig in der antirussischen Zange

    Gerade wurde bekannt, dass Facebook auch eng mit dem amerikanischen Think Tank „Atlantic Council“ zusammenarbeitet. Auf Grundlage von Untersuchungen des „Digital Forensic Research Lab“, einer digitalen Analyseabteilung von „Atlantic Council“, hat Facebook am 17. Januar 289 Facebook-Seiten und 75 Accounts im postsowjetischen Raum, in Armenien, Georgien oder den Baltischen Staaten gesperrt, mit der Begründung, dass diese übergebührend auf Artikel der Medienagentur Sputniknews verweisen würden. Sputnik ist in 31 Sprachen in vielen Ländern vertreten.

    >>>Politologe zu „Integrity Initiative“: „Skandal mit politischer Dimension“<<<

    Die „Integrity Initiative” verkündet wiederum in einem der geleakten Dokumente stolz, dass sie selbst eine „forensische Plattform zum Verfolgen russischen Einflusses“ eingerichtet hätten, die schneller reagieren kann als das „Digital Forensic Research Lab“ von „Atlantic Council“.

    Auszug aus dem Finanzierungsantrag der “Integrity Initiative” an das britische Außenministerium für 2018/19
    © Foto : Screenshot
    Auszug aus dem Finanzierungsantrag der “Integrity Initiative” an das britische Außenministerium für 2018/19

    Damit schließt sich der Kreis und Facebook begibt sich bereitwillig in dessen Mitte. Die Anweisungen des „Atlantic Councils“ zur Löschung der Seiten von Sputnik-Fans befolgen sie bereits, und in die antirussische Forschung der „Integrity Initiative” investieren sie.

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    Themen:
    „Integrity Initiative“: Auf den Spuren von antirussischer Beeinflussungskampagne in Deutschland (7)
    Tags:
    Medienhetze, Datenleak, anti-russische Politik, Medienattacke, Integrity Initiative, Auswärtiges Amt, US-Außenministerium, Facebook, Britischer Geheimdienst MI6, NATO, Großbritannien, Deutschland, USA