21:54 21 November 2019
SNA Radio
    Straße von Kertsch (Archiv)

    Lawrow zu Experten-Einsatz im Kertsch-Konflikt: Moskau akzeptiert Merkels Vorschlag

    © Sputnik / Alexej Malgawko
    Politik
    Zum Kurzlink
    1512726
    Abonnieren

    Russlands Präsident Wladimir Putin hat dem Vorschlag der deutschen Kanzlerin Angela Merkel, deutsche und französische Experten in den Raum von Kertsch zur Schifffahrtskontrolle zu entsenden, zugestimmt. Dies sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow auf einer Pressekonferenz mit seinem deutschen Amtskollegen Haiko Maas.

    Lawrow merkte dabei an, dass ein Experten-Besuch bis jetzt ausgeblieben sei. „Seitdem ist mehr als ein Monat vergangen, aber wir haben bisher keinen Besuch gehabt.“

    Laut Lawrow hat der deutsche Außenminister ihm heute einen weiteren Vorschlag unterbreitet, der die geplante Experten-Reise „in ein Dokument einpackt, das nun mit der Ukraine abgestimmt werden soll“.

    „Wir sagten ehrlich: Wenn unsere Kollegen daran interessiert sind, was Präsident Putin Kanzlerin Merkel versprochen hat, kann dies heute und morgen und jederzeit getan werden. Wenn diese Idee aber auf die Notwendigkeit hinausläuft, all das in irgendeine politische Prozedur zu verwandeln, bei der auch die ukrainische Seite gewisse Entscheidungen treffen könnte, laufen wir Risiko, in die gleiche Situation zu geraten wie beim Normandie-Format“, so Lawrow.

    Zuvor hatte sich Maas zum Konflikt im Asowschen Meer geäußert: „Wir wollen keinen neuen Konfliktherd haben. Eine Krise, wie wir sie im November hatten, darf sich nicht wiederholen. Bei der Frage der festgenommenen ukrainischen Soldaten sind wir weiter der Meinung, dass sie freigelassen werden sollten.“

    Drei Schiffe der ukrainischen Marine hatten am 25. November 2018 Russlands Staatsgrenze überquert und dadurch gegen das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen verstoßen. Die Schiffe fuhren in das zeitweilig geschlossene Gebiet der russischen Hoheitsgewässer ein, führten dort stundenlang gefährliche Manöver aus und widersetzten sich allen Forderungen der russischen Küstenwache.

    Um die ukrainischen Schiffe aufzuhalten, musste der russische Grenzschutz Waffen einsetzen. Schließlich wurden die drei Boote 50 Kilometer südwestlich der Krim-Brücke festgesetzt, wo Schiffe die Straße von Kertsch üblicherweise passieren. Laut einer Mitteilung des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB wurden dabei drei ukrainische Matrosen leicht verletzt. Diese seien jedoch medizinisch behandelt worden und ihr Leben sei außer Gefahr, hieß es. Gegen die Festgenommenen wurde ein Strafverfahren wegen Grenzverletzung eingeleitet.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Putin-Merkel-Telefonat: Vorfall von Kertsch und INF-Vertrag im Fokus
    Festgesetzte ukrainische Boote: Gericht erlässt erste Haftbefehle gegen Besatzung
    Krim-Parlament: Ukrainische Marine darf ins Asowsche Meer – unter einer Bedingung
    Ukraine will erneut Kriegsschiffe durch Straße von Kertsch schicken
    Tags:
    Experten, Vorschlag, Heiko Maas, Angela Merkel, Sergej Lawrow, Deutschland, Russland, Ukraine