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08:25 24 Juli 2019
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    Kosovo (Symbolbild)

    Warum ist die Kosovo-Frage ohne Russland nicht zu lösen?

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    Politik
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    Die Erklärungen zum Kosovo, die Russlands Präsident Wladimir Putin während seines Besuchs in Serbien am Donnerstag abgegeben hat, können laut dem serbischen Ex-Diplomaten Srecko Djukic als Bestätigung der Entschlossenheit Moskaus betrachtet werden, den „eingefrorenen“ Verhandlungsprozess wieder in Gang zu bringen.

    „Ich würde sagen, dass die Position Russlands in seiner Erklärung so klar wie möglich zum Ausdruck gebracht wurde. Sie bestätigt und bekräftigt jene Politik, zu der sich Lawrow (der russische Außenminister – Anm. d. Red.) bei seinem Besuch in Belgrad im Februar letzten Jahres geäußert hatte. Sein Hauptgedanke war, dass Russland eine aktive Rolle in der Lösung der Kosovo-Frage spielen will“, so Djukic gegenüber Sputnik. 

    Putins Frage hinsichtlich der serbischen Polizisten und Militärs, die im Kosovo präsent sein müssten, was nicht der Fall sei, könne als eine Bemerkung in Bezug auf Brüssel betrachtet werden. (Brüssel ist der offizielle Vermittler in den Verhandlungen zwischen Belgrad und Pristina und sollte für die Einhaltung des Völkerrechts in Kosovo verantwortlich sein – Anm. d. Red,). Putin wolle, dass endlich ein ernsthafter Dialog beginne und dass Russland daran teilnehme, erläuterte der Ex-Diplomat.

    „Ob es offene Verhandlungen nach dem Format der Konferenz in Rambouillet (eine Friedenskonferenz im Schloss Rambouillet in Frankreich, wo im Jahr 1999 die Delegationen von Serbien und Kosovo in Anwesenheit zahlreicher Vertreter der internationalen Gemeinschaft verhandeln sollten. Die Verhandlungen scheiterten, danach hatte die Nato mit Luftangriffen gegen Serbien ohne UN-Mandat begonnen – Anm. d. Red.) sein werden oder aber eine Pendeldiplomatie zwischen Moskau, Brüssel und Washington, ist bisher nicht klar.“

    Dies sei eine Überlegung wert, aber eines sei klar: Die Kosovo-Frage kann nicht ohne die Zustimmung Russlands gelöst werden“, sagte Djukic weiter.

    Er ist überzeugt, dass die Kosovo-Frage auch die westlichen Staatschefs nicht kaltlasse. Dabei schließt Djukic nicht aus, dass sich US-Präsident Donald bald an einer entsprechenden Diskussion mit Putin interessiert zeigen könnte.

    „Sie können nicht umhin, Russland in diesen Prozess einzubeziehen, weil die Serben dem Westen nicht vertrauen, und die Russen sind als Garant dafür notwendig, dass die getroffenen Vereinbarungen eingehalten werden.“

    Es gebe die UN- Sicherheitsratsresolution Nr. 1244, die die territoriale Integrität Serbiens garantiere, und es sei egal, wie lange die Vertreter der internationalen Gemeinschaft so tun würden, als würde sie dies nicht interessieren: Die Resolution bleibe eine Tatsache, so der Ex-Diplomat. Diese Resolution könne nur durch Beschluss des UN-Sicherheitsrates abgeschafft werden, jedoch habe der Westen nicht genügend Kräfte, die dafür nötige Mehrheit sicherzustellen.

    >> Weitere Sputnik-Artikel: Putin: Anders als der Westen, stellen wir Serbien nicht vor die Wahl

    Der russische Präsident Wladimir Putin hat bei seinem Besuch in Serbien am Donnerstag angemerkt, eine Reihe von Provokationen seitens des Kosovo könne nach Ansicht Moskaus zu einer Destabilisierung auf dem Balkan führen. Bei der Regelung der Kosovo-Frage werde in der Tat wenig unternommen, und das Völkerrecht müsse mit größerem Respekt betrachtet werden. Zudem betonte Putin, dass die UN-Sicherheitsratsresolution Nr. 1244 die Präsenz serbischer Polizisten sowie Grenzbeamter im Kosovo und in Metohija (im offiziellen Sprachgebrauch Serbiens die Bezeichnung für den westlichen Teil des Kosovo – Anm. d. Red.) vorsehe, diese gebe es dort doch nicht.

    Im Laufe der russisch-serbischen Verhandlungen, die im Rahmen des offiziellen Besuchs von Wladimir Putin in Serbien abliefen, hatten Ressortministerien und Großunternehmen ein umfangreiches Abkommenspaket unterzeichnet, das insgesamt 21 Dokumente umfasst. Laut dem serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić beträgt der Gesamtwert der unterzeichneten Abkommen nicht weniger als 200 Millionen Euro.

    >> Weitere Sputnik-Artikel: Warum darf Kosovo-Premier nicht in die USA einreisen?

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    Tags:
    UN-Sicherheitsrat, Alexandar Vučić, Wladimir Putin, Kosovo, Serbien, Russland