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14:09 16 Juli 2019
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    Anatoli Tschubais

    Russland ist arm? Sacharowa stellt Rosnano-Chef schwierige Frage

    © Sputnik / Yevgeni Biyatov
    Politik
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    Ist Russland ein armes Land? Das hat zumindest der Chef des Nanotechnologiekonzerns Rosnano und prominente russische Politiker Anatoli Tschubais vor Kurzem behauptet. Die Sprecherin des Außenministeriums in Moskau, Maria Sacharowa, ist da offenbar einer anderen Meinung.

    „Russland ist ein armes Land, der Großteil der Bevölkerung lebt arm oder sehr arm“, hatte Tschubais zuvor gesagt.

    Sacharowa widersprach dem Rosnano-Chef auf ihrer Facebook-Seite:

    „1) Russland ist ein äußerst reiches Land. 2) Warum der Großteil der Bevölkerung „arm oder sehr arm lebt“, danach möchte ich die Person fragen, die Jahrzehnte lang Regierungsmitglied und Top-Manager in Schlüssel-Bereichen der russischen Wirtschaft und Industrie war.“ Sie erwarte von Tschubais nun eine Antwort.

    Zuvor hatte Tschubais den russischen Bürgern mangelnde Energieeffizienz vorgeworfen und für eine soziale Stromverbrauch-Obergrenze von 300 Kilowatt pro Familie plädiert. Dabei sollten laut dem Politiker reichere Familien, die mehr Strom verbrauchen, mehr Geld zahlen.

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    Tschubais sorgt mit seinen Äußerungen nicht zum ersten Mal für Aufsehen. Im vergangenen Dezember hatte er seinen Landsleuten Undankbarkeit gegenüber den Oligarchen vorgeworfen: Diese hätten das Land nämlich wiederaufgebaut.

    Im November 1991 war Tschubais zum Vorsitzenden des Staatlichen Komitees der Russischen Föderation für die Verwaltung des Staatsvermögens ernannt worden. In dieser Funktion erarbeitete er gemeinsam mit dem damaligen Ministerpräsidenten Jegor Gaidar ein Privatisierungsprogramm. Im Zuge dieser Privatisierung ging der Großteil des staatlichen Eigentums Russlands in die Hände privater Personen über, was die Entwicklung der Unternehmerschaft und des freien Markts förderte.

    Wie eine Befragung des Meinungsforschungsunternehmen WZIOM ergab, hatten im Jahr 1991 43 Prozent der Russen geglaubt, dass die Privatisierung die Verteilung des Geldes im Lande gerechter machen würde. Doch Kritiker der damaligen Wirtschaftsreformen verweisen darauf, dass sich das Kapital stattdessen in den Händen einzelner Unternehmer konzentrierte und sich die Spaltung der Gesellschaft vertiefte.

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    Tags:
    Armut, Anatoli Tschubais, Maria Sacharowa, Russland