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08:07 22 September 2019
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    Migranten am Bord des Rettungsschiffs „Sea-Watch 3“

    Europäer sollen Migranten gratis medizinisch behandeln

    © REUTERS / Darrin Zammit Lupi
    Politik
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    Europäer sollen für Migranten besseren Zugang zu Gesundheitsdiensten gewährleisten. Dazu hat Santino Severoni, Chef des WHO-Programms in Europa „Migration und Gesundheit“, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP aufgerufen.

    „Um die Gesundheit der Migranten zu verbessern, ist es wichtig, ihnen mit dem Zugang zur Basismedizin zu helfen“, sagte Severoni. Anders formuliert bedeutet dies, dass Migranten genauso wie Versicherte basismedizinischen Dienstleistungen beziehen könnten, dies jedoch auf Kosten des Staatshaushalts.

    Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt der Migrantenanteil in 53 europäischen Staaten bei etwa zehn Prozent – das sind rund 90,7 Millionen Menschen. 

    Der Umfang der medizinischen Hilfe für Flüchtlinge hängt vom Aufnahmeland ab. So können Asylbewerber in Deutschland die ersten 15 Monate ihres Aufenthalts nur mit Nothilfe rechnen, während ihnen in Großbritannien, Österreich und der Türkei Hilfe in vollem Umfang gewährt wird. Nach diesen 15 Monaten müssen Asylbewerber in Deutschland ebenfalls Zuzahlungen zu den Leistungen der Krankenversicherung entrichten.

    Laut Severoni sind Migranten wegen des Lebens in ärmeren Verhältnissen und mangelnder körperlichen Aktivität anfälliger für chronische Krankheiten. Außerdem leiden Migrantenkinder öfter an Übergewicht und psychologischen Problemen als die Einheimischen.  

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    Die weitverbreitete Annahme, dass Flüchtlinge die einheimische Bevölkerung mit ihren Krankheiten anstecken, hat sich jedoch als falsch erwiesen, sagte Severoni. Die Gefahr bestehe eher für die Migranten selbst: Ein erheblicher Anteil der HIV-infizierten Migranten hat die Infektion erst nach der Ankunft in Europa bekommen.

     

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    Tags:
    Behanldung, kostenlos, Krankheiten, Geld, Gesundheit, Migranten, HIV, Medizin, Weltgesundheitsorganisation (WHO), EU, Europa