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08:48 21 September 2019
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    Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU)

    Seehofer: „Bemerkenswerte Zahl“ - Rückgang der Asylanträge um 16 Prozent

    © REUTERS / Fabrizio Bensch
    Politik
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    Bundesinnenminister Horst Seehofer hat die „aktuellen Zahlen zu Asyl“ vorgestellt. Demnach sind die Asylanträge im Jahr 2018 um 16 Prozent zurückgegangen. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zählte im vergangenen Jahr 185.853 Anträge – davon 32.000 bereits in Deutschland geborene Kinder.

    Dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zufolge wurden in Deutschland im vergangenen Jahr 185.853 Asylanträge gestellt. Damit sind es 16 Prozent weniger als im Jahr 2017. Wenn man die 23.922 Folgeanträge abzieht, ergibt sich eine Zahl von 161.931 neuen Schutzsuchenden.

    „Damit ist nach dem Höhepunkt der Flüchtlingslage im Herbst 2015 ein kontinuierlicher Rückgang des Asylzugangs nach Deutschland zu beobachten“, erklärte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) am Mittwoch in Berlin.

    Insbesondere liege die Nettozuwanderung — also nach Abzug der Rückführungen und der freiwilligen Rückkehr — im Jahr 2018 deutlich unter dem „im Koalitionsvertrag vereinbarten Korridor“ für die Zuwanderung von 180.000 bis 220.000 Personen jährlich.

    „Bemerkenswert“ sei an der Zahl, dass darin 19,9 Prozent – insgesamt 32.000 — in Deutschland geborene Kinder im Alter von unter einem Jahr enthalten seien, so der Bundesinnenminister.

    Der Bericht zeige, „dass die vielen Maßnahmen, die wir eingeleitet haben, zunehmend und nachhaltig greifen“ so Seehofer. „Auch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge ist kontinuierlich besser geworden“. Die Regierung habe die Balance zwischen Humanität und Steuerung „in bemerkenswert guter Weise“ geschafft.

    „Zur Verstetigung dieser Erfolge sind allerdings auch in Zukunft weitere Anstrengungen beispielsweise auf den Gebieten der Integration, der Schaffung eines Gemeinsamen Europäischen Asylsystems oder einer effektiveren Rückführung unerlässlich“, betonte der Innenminister.

    Er merkte an, dass die Wege, auf denen Asylbewerber nach Europa kämen, sich zuletzt verändert hätten. Es sei nun deutlich geworden, dass der Schwerpunkt zurzeit in Spanien liege.

    Der BAMF-Chef Hans-Eckhard Sommer warb für eine vorübergehende Verlängerung der Fristen für die Widerrufsprüfung, die in der Regel drei Jahre nach der Anerkennung der Flüchtlinge ansteht. Bevor ein Asylbewerber eine Niederlassungserlaubnis erhält, wird bei der Prüfung festgestellt, ob der Ausländer weiterhin Anspruch auf Schutz hat. Das hängt von möglichen neuen Erkenntnissen zur Identität und vor allem von der Lage im Herkunftsland ab. Laut Sommer würden rund 750.000 Prüfungen in den nächsten Jahren anstehen. „Das wird einen Großteil unserer Ressourcen binden“, betonte der Präsident des Bundesamtes.

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    Tags:
    Bericht, Zahlen, Rückgang, Asylbewerber, Asylanträge, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Bundesministerium des Inneren (BMI), CSU, Horst Seehofer, Deutschland