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    Proteste in Venezuela

    Venezuela: Opferzahl bei Unruhen steigt – Maduro spricht von Putsch-Versuch der USA

    © REUTERS / Luisa Gonzalez
    Politik
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    Bei den Unruhen und Massenprotesten in Venezuela ist die Opferzahl laut örtlichen Medien bereits auf 16 gestiegen. Der amtierende Präsident Nicolas Maduro warf den USA den Versuch eines Staatsstreichs in seinem Land vor.

    Die 16 Menschen wurden laut der Webseite „La Prensa de Lara“ bei Demonstrationen in sechs verschiedenen Bundesstaaten getötet. 109 Menschen wurden der Menschenrechtsorganisation Foro Penal zufolge zudem festgenommen.

    ​Der Präsident der entmachteten Nationalversammlung von Venezuela (Asamblea Nacional), Juan Guaido, hatte sich zuvor am Mittwoch während der Proteste im Land zum Staatschef des Landes erklärt. Kurz darauf erklärte US-Präsident Donald Trump, dass er Guaido offiziell als Übergangspräsidenten Venezuelas anerkenne. Das venezolanische Volk habe genug das „illegitime Maduro-Regime“ ertragen müssen.

    ​US-Außenminister Mike Pompeo schlug in die gleiche Kerbe: Das venezolanische Volk habe lang genug unter der „katastrophalen Diktatur“ gelitten. Er rief das Militär in dem Land auf, „die Demokratie zu unterstützen und alle Bürger Venezuelas zu schützen“.

    Maduro kündigte daraufhin den kompletten Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu den USA an und gab US-Diplomaten 72 Stunden Zeit, um das Land zu verlassen.

    ​​Nach den USA erkannten Kanada, Argentinien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Costa Rica, Guatemala, Honduras, Panama, Paraguay und Peru Guaido als Übergangspräsidenten an.

    Dagegen betrachten Russland, Mexiko, Bolivien, Kuba und die Türkei Maduro weiterhin als legitimen Staatschef Venezuelas. 

    ​Inzwischen hat die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini zu Neuwahlen in Venezuela aufgerufen. Zugleich sagte sie dem von der Opposition geführten Parlament die Unterstützung der Europäischen Union zu. Die Menschen in Venezuela hätten das Recht, so Mogherini, friedlich zu demonstrieren sowie frei über ihre Anführer und ihre Zukunft zu entscheiden. Die EU und ihre Mitgliedstaaten seien weiterhin bereit, „die Wiederherstellung der Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in Venezuela durch einen glaubwürdigen, friedlichen politischen Prozess im Einklang mit der Verfassung Venezuelas zu unterstützen“.

    ​Venezuela steckt seit 2014 wegen des Öl-Preisverfalls in einer tiefen Wirtschaftskrise. Ende 2018 betrug die Jahresinflation 1,3 Millionen Prozent. Dies hat wiederum zu Massenunruhen im Land geführt. Die Geschäfte sind oft leer. Tausende Venezolaner sind in die Nachbarländer gezogen.

     

     

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    Tags:
    Präsidentschaft, Tote, Opfer, Putsch, Staatsstreich, Protest, Donald Trump, Juan Guaido, Nicolas Maduro, USA, Venezuela