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20:11 17 Oktober 2019
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    Friedrich Merz bei CDU-Parteitag in Hamburg

    Trotz Hilferuf kein Wahlkampf: Merz lässt CDU in Ostdeutschland im Stich

    © AP Photo / Michael Sohn
    Politik
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    Der einstige Hoffnungsträger der CDU, der Finanzmanager Friedrich Merz, will seine Partei bei den anstehenden Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen nicht unterstützen. Er werde keinerlei Wahlkampfauftritte absolvieren, so Merz. In seiner Partei macht sich deshalb vor allem in Mittel- und Ostdeutschland Unmut breit.

    Eigentlich ist Friedrich Merz am kommenden Wochenende im thüringischen Eichsfeld vom dortigen CDU-Landesverband zum traditionellen Schlachte-Essen eingeladen. Doch Merz wird nicht kommen. Der 63-Jährige gab jeglichen Wahlkampfauftritten eine Absage. Laut dem MDR äußerte die CDU in Thüringen darüber ihr großes Bedauern. Merz genieße bei vielen Mitgliedern im Freistaat großes Vertrauen, die Einladung bleibe jedenfalls bestehen.

    Ein verzweifelter Hilferuf?

    Auch Thüringens CDU-Landeschef Mike Mohring ist enttäuscht. Er will bei der Wahl im September den amtierenden linken Ministerpräsidenten Bodo Ramelow beerben, dafür hatte er Merz um Hilfe gebeten – zuletzt ganz öffentlich in einem Interview mit dem NDR. Dort sagte Mohring:

    „Mein Wunsch ist, dass er im Wahlkampf in Thüringen und auch in Sachsen mit eingreift und dabei ist. Und da geht’s ja nicht darum, dass er den Wahlkampf führen soll. Sondern es geht darum, dass er auch mit Auftritten dabei ist, damit die Leute sehen: Für was steht diese CDU?“

    Diesen Wunsch unterstütze laut Mohring auch Sachsens CDU-Ministerpräsident Michael Kretschmer.

    Ein Favorit, der keiner mehr sein will…

    Im Kampf um den CDU-Vorsitz war Friedrich Merz bei der Wahl im Dezember der neuen Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer nur knapp unterlegen. Zuvor galt er als Favorit vor allem der mitteldeutschen Landesverbände. Auch bei den dortigen CDU-Regionalkonferenzen war der konservative Finanzmanager als Gewinner hervorgegangen. Beeindruckt hatten offenbar seine Angriffslust und seine Kampfansage gegenüber der AfD.

    AfD und Linken den Osten überlassen?

    Merz erklärte noch Ende vergangenen Jahres, dass sich immer mehr CDU-Wähler in nationalistischen, rechten Parteien besser aufgehoben fühlten als bei der CDU. Aber er wolle den Osten des Landes nicht den Populisten von rechts und links überlassen. Diese Einstellung hat sich nun offensichtlich geändert. Erst kürzlich wurde bekannt, dass Merz nach seinem nur wenige Monate andauernden politischen Comeback wieder zurück in den Aufsichtsrat der Investmentgesellschaft BlackRock gewechselt ist.

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    Tags:
    Absage, Kandidat, Politiker, Wahlkampf, CDU, Partei Alternative für Deutschland (AfD), Friedrich Merz, Annegret Kramp-Karrenbauer, Ostdeutschland, Sachsen, Deutschland