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21:37 17 Juli 2019
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    Moskauer Kreml (Symbolbild)

    „Giftige Politik“: Moskau über US-Vorgehen in Venezuela empört

    © Sputnik / Natalja Seliwerstowa
    Politik
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    Russland hat auf die jüngsten Entwicklungen in Venezuela mit scharfer Kritik reagiert: Moskau sieht darin eine klare Einmischung der USA in die Angelegenheiten des lateinamerikanischen Landes. Das Außenministerium warnte Washington zudem vor einer Militärinvasion in Venezuela und sprach von einer „giftigen Politik“.

    „Wir warnen davor. Wir glauben, dass dies ein katastrophales Szenario wäre, welches an den Grundlagen des Entwicklungsmodells rüttelt, das wir in Lateinamerika beobachten“, sagte Vize-Außenminister Sergej Rjabkow.
    Russland werde Venezuela als seinem strategischen Partner „beim Schutz seiner Souveränität“ beistehen und habe nicht vor, die Zusammenarbeit mit dem Land zurückzufahren.

    Washington habe mit seinem Vorgehen das Völkerrecht komplett ignoriert und versuche, über das Schicksal anderer Länder zu entscheiden: „Offensichtlich ist hier der Wunsch, schon erprobte Szenarien zur Absetzung unliebsamer Regierungen umzusetzen.“

    Washington wolle auf diese Weise die militärisch-technische Zusammenarbeit zwischen bestimmten Ländern und Russland verhindern. „Das hat es bei den Amerikanern zuweilen gegeben. Nun hat es aber übertriebene Formen angenommen, wenn die Unverschämtheit der US-Politik so weit geht, dass sie sich bereits damit brüstet, dass sie gegen Russland und sogar gegen ihre eigenen europäischen Verbündeten arbeitet, nur weil sie es für richtig hält.“

    Die USA bringen laut Rjabkow andere Staaten mit Druck, Erpressung und Geld dazu, die Kooperation mit Moskau zu stoppen. Das sei eine „verfaulte und giftige“ Politik.

    Das Beispiel von Venezuela führt laut der Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, vor Augen, was die „progressive westliche Gemeinschaft“ wirklich von Völkerrecht, Souveränität und Nichteinmischung in die Angelegenheiten anderer Staaten“ hält.

    Kremlsprecher Dmitri Peskow wies am Donnerstag die Frage über ein mögliches Asyl für Maduro als unangebracht zurück: Maduro sei der legitime Präsident. Jede Gewalt von außen in Venezuela sei ziemlich gefährlich.

    Pompeo verspricht Schutz für US-Diplomaten

    Maduro hatte zuvor den Abbruch aller diplomatischen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten angekündigt und gab den US-Diplomaten 72 Stunden Zeit, das Land zu verlassen.

    US-Außenminister Mike Pompeo verwies jedoch darauf, dass Maduro „keine Befugnisse mehr zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen“ zu Washington habe. Die USA würden die diplomatischen Beziehungen mit dem „legitimen“ Präsidenten Juan Guaido fortsetzen.

    Zugleich versprach Pompeo Schutz für US-Diplomaten in Venezuela: Die USA würden jegliche „notwendigen Maßnahmen“ unternehmen, um diejenigen zur Verantworung zu ziehen, die die Sicherheit der US-Diplomaten in Venezuela gefährden.

    Guaido erklärt sich zum Präsidenten

    Der Präsident der entmachteten Nationalversammlung von Venezuela (Asamblea Nacional), Juan Guaido, hatte sich zuvor am Mittwoch während der Proteste im Land zum Staatschef des Landes erklärt. Kurz darauf erklärte US-Präsident Donald Trump, dass er Guaido offiziell als Übergangspräsidenten Venezuelas anerkenne. Das venezolanische Volk habe das „illegitime Maduro-Regime“ lange genug ertragen müssen.

    Nach den USA erkannten Kanada, Argentinien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Costa Rica, Guatemala, Honduras, Panama, Paraguay und Peru Guaido als Übergangspräsidenten an.

    Dagegen betrachten Russland, Mexiko, Bolivien, Kuba und die Türkei Maduro weiterhin als legitimen Staatschef Venezuelas.

    Venezuela steckt seit 2014 wegen des Öl-Preisverfalls in einer tiefen Wirtschaftskrise. Ende 2018 betrug die Jahresinflation 1,3 Millionen Prozent. Dies hat wiederum zu Massenunruhen im Land geführt. Die Geschäfte sind oft leer. Tausende Venezolaner sind in die Nachbarländer gezogen.

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    Tags:
    Unruhen, Protest, Staatsstreich, Putsch, Umsturz, Juan Guaido, Nicolás Maduro, Mike Pompeo, Donald Trump, Maria Sacharowa, Sergej Rjabkow, Kanada, USA, Venezuela, Russland