06:39 23 April 2019
SNA Radio
    Ausschreitungen in Caracas am 23. Januar 2019

    Venezuela: Trump unterstützt Opposition – wie weit kann eine Intervention gehen?

    © REUTERS / Manaure Quintero
    Politik
    Zum Kurzlink
    4115105

    Der venezolanische Präsident Nicolás Maduro hat die Beziehungen zu den USA abgebrochen, nachdem Washington den Oppositionsabgeordneten Juan Guaidó als Interimspräsidenten anerkannt haben. Nach Auffassung des Parlamentsabgeordneten der Sozialistischen Partei Venezuelas (PSUV), Saúl Ortega, ist dieses Vorgehen Teil eines Plans zu einer Intervention.

    Nachdem das Weiße Haus eine Erklärung veröffentlichte, der zufolge es Guaidó als Staatschef anerkennt, gaben auch Brasilien, Kanada, Paraguay, Kolumbien, Peru, Chile, Argentinien und mehrere andere Mitgliedsländer der so genannten „Lima-Gruppe“ ähnliche Erklärungen ab.

    „Guaidó ist nur eine Marionette der Amerikaner. Es ist an der Zeit, für die Befreiung unseres Landes, für die Vertreibung des Imperialismus aus Venezuela zu kämpfen“, sagte Ortega, ehemaliger Vorsitzender des MERCOSUR-Parlaments. „Es wäre ein Staatsverrat, territorialen Ansprüchen eines fremden Landes, gegebenenfalls dem amerikanischen Imperialismus nachzugeben.“

    Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump mehrmals gesagt, eine militärische Intervention in Venezuela wäre nicht auszuschließen. Ortega sagte daraufhin, dass die Streitkräfte seines Landes ihr Bestehen „dem Befreiungsvater“ Simon Bolivar zu verdanken hätten und deshalb „sehr patriotisch und nationalistisch“ seien. Daher zeigte er sich sicher, dass sie ihrer Regierung treu bleiben würden.

    „Wie auch das ganze venezolanische Volk, werden wir weder eine Einmischung noch eine Intervention dulden. Verräter werden wir so behandeln, wie sie es verdienen“, so Ortega.

    Er bestätigte, dass die Lage in Venezuela „vorerst relativ friedlich und ruhig“ sei – „trotz der Versuche des Imperialismus, die öffentliche Ruhe in der Republik zu zerstören“.

    Obwohl Guaidós Anerkennung als Präsident ausschließlich auf Venezuela gerichtet ist, zeigte sich der Abgeordnete überzeugt, dass dies Teil eines „Plans zu einer neuen Kolonisierung Lateinamerikas und der Karibik“ über die Grenzen seines Landes hinaus sei.

    „Vor kurzem waren (der argentinische Präsident Mauricio) Macri und (dessen brasilianischer Amtskollege Jair) Bolsonaro gegen MERCOSUR vorgegangen, und das zeugt für uns von der Absicht zur Wiederherstellung des Amerikanischen Freihandelsraums ALCA, was dem Ziel dient, Lateinamerika den Interessen der USA unterzuordnen“, schlussfolgerte Saúl Ortega.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Intervention, Krise, Putsch, Prognose, Invasion, Weißes Haus, Juan Guaido, Nicolás Maduro, Donald Trump, Lateinamerika, Venezuela, USA