01:11 19 Juni 2019
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    Hashim Thaci (r.) posiert mit kosovarischen Sicherheitskräften KSF in Pristina, Dezember 2018

    Kosovo-Chef lädt Putin ein

    © AFP 2019 / Armend NIMANI
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    Im November hatten sich die beiden in Paris - wohl erstmals - die Hände geschüttelt. Nun möchte sich der kosovarische Präsident Hashim Thaçi mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin in Priština, der Hauptstadt des Kosovo, treffen. Russland erkennt die Unabhängigkeit der 1999 von Serbien abgespalteten Provinz nicht an.

    Am Freitag hat Thaсi seine Einladung an Putin ausgesprochen.

    „Ich lade ihn nach Kosovo ein. Es ist wichtig, dass wir gute Beziehungen aufbauen und Kontakt knüpfen“, sagte der ehemalige Anführer der Kosovo-Rebellen in einem Gespräch mit Sputnik am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos.

    Sein „aufrichtiges Gespräch“ mit Putin vor zwei Monaten in Paris habe ihn begeistert, so der 50-Jährige.

    „Präsident Putin sagte damals, dass er, wenn sich das Kosovo und Serbien auf friedlichem Wege auf ein Friedensabkommen einigen sollten, dieses Dokument unterstützen werde“, so der kosovarische Präsident. Für ihn bedeute dies einen „neuen und positiven Schritt“.

    Das Kosovo sei „kein Feind für Russland“ und strebe „normale Beziehungen wie zwischen zwei souveränen Staaten an“, versicherte Thaci.

    Thaçi war im Kosovo-Krieg Mitbegründer und Anführer der paramilitärischen Organisation UÇK. Nach Angaben der ehemaligen Schweizer Chefanklägerin des Den Haager UN-Tribunals, Carla Del Ponte, und nach Erkenntnissen des Europarat-Ermittlers Dick Marty war Thaçi in illegalen Organhandel und weitere Kriegsverbrechen verwickelt.

    Die mehrheitlich von Albanern bewohnte südserbische Provinz Kosovo hatte sich 1999 mit militärischer Hilfe der Nato von Serbien de facto abgespaltet und 2008 mit Rückendeckung westlicher Staaten ihre Unabhängigkeit ausgerufen. Der rechtliche Status der Region ist immer noch umstritten. Serbien erkennt die Abtrennung nicht an. Die UN-Vetomacht Russland erklärte schon damals, sie werde nur eine Lösung mit Serbiens Zustimmung mittragen.

    Obwohl mehr als die Hälfte der 192 UN-Nationen den Kosovo als unabhängigen Staat anerkannt haben, verpflichtet die Resolution 1244 des UN-Sicherheitsrates alle UN-Mitgliedsstaaten zur Wahrung der „Souveränität und Integrität der Bundesrepublik Jugoslawien“, deren Rechtsnachfolger Serbien ist.

    Mitte November 2018 haben Thaçi und der russische Präsident Wladimir Putin am Rande der Feierlichkeiten zum 100. Jahrestag des Endes des Ersten Weltkriegs in Paris miteinander gesprochen. Unbestätigten Berichten zufolge war dies das erste Treffen Putins mit Thaçi überhaupt.

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    Tags:
    Hashim Thaci, Wladimir Putin, Kosovo, Serbien, Russland