Widgets Magazine
09:19 21 Oktober 2019
SNA Radio
    Protestmarsch der rechtsextremen Pro Chemnitz-Bewegung am 14. September 2018

    Bürgerwehr in Sachsen? Strategiewechsel bei „Pro Chemnitz“

    © AFP 2019 / DPA
    Politik
    Zum Kurzlink
    Von
    3517220
    Abonnieren

    Immer wieder protestieren asylkritische Bürgerbewegungen in deutschen Großstädten. Die Demonstrationen von „Pro Chemnitz“ sind in den vergangenen Monaten allerdings kontinuierlich geschrumpft. Nun steht die Lokalpartei anscheinend kurz vor einem Strategiewechsel: Vorerst soll es keine Aufmärsche mehr geben, dafür aber eine Bürgerwehr.

    Mitte Dezember waren es gerade einmal einige hundert Teilnehmer, die einem Aufruf von „Pro Chemnitz“ folgten. Zum Vergleich: Im August 2018 waren es noch über 8000 Menschen, die an den Protestzügen teilnahmen. Dabei kam es immer wieder zu Ausschreitungen bei Demonstranten und Gegendemonstranten. Das führe schließlich auch dazu, dass die Teilnehmerzahlen einbrachen.

    Ein Treffpunkt für Gleichgesinnte?

    Als Folge wollen die Köpfe hinter „Pro Chemnitz“ die regelmäßigen Freitagsdemonstrationen anscheinend vorerst einstellen. Bereits im Herbst 2018 kündigte das Protestbündnis an, einen Treffpunkt für Anhänger und Gleichgesinnte einrichten zu wollen. Das Projekt nimmt nun langsam Form an: Die Umbaumaßnahmen für das zu diesem Zweck eingesetzte „Bürgerzentrum“ liefen bereits, man plane, Ende Februar oder Anfang März 2019 zu eröffnen. Das erklärte Pro Chemnitz-Chef Martin Kohlmann gegenüber dem MDR. Dem Bauamt der Stadt Chemnitz liegt allerdings noch keine Genehmigung zur Nutzungsänderung des ehemaligen Bürogebäudes vor.

    Die Sorgen der Anwohner …

    Bei einer Einwohnerversammlung, die von der Initiative „Aufstehen gegen Rassismus“ organisiert wurde, äußerte man sich besorgt über die neuen Nachbarn: Anwohner des Viertels befürchten, dass sich das Objekt zu einem Treffpunkt für gewaltbereite Neonazis entwickeln könnte. In der Nachbarschaft wohnen viele Familien mit Migrationshintergrund, auch ein Kindergarten und eine Schule befinden sich in nächster Nähe.

    Schulungen für „Bürgerstreife“

    Das geplante Bürgerzentrum von „Pro Chemnitz“ soll laut eigenen Aussagen aber noch zu einem anderen Zweck dienen: Dort sollen anscheinend auch Schulungen für die Bildung einer so genannten „Bürgerstreife“ stattfinden. Es bestünde die „Notwendigkeit, selbst etwas für die Sicherheit“ zu tun, wie „Pro Chemnitz“ Anfang des Jahres in den sozialen Medien verkündete. Das Protestbündnis setzt sich auch seit geraumer Zeit für eine Liberalisierung des Waffengesetzes und für ein Recht auf Selbstverteidigung in Deutschland ein.

    Konkurrenz mit AfD

    Als Hintergrund für die neuen Bemühungen von „Pro Chemnitz“ dürften auch die kommenden Landtagswahlen in Sachsen stehen. Bereits im Mai finden in dem Freistaat außerdem Kommunalwahlen statt. Jüngst verlor „Pro Chemnitz“ seinen Fraktionsstatus im Chemnitzer Stadtrat, da das Bündnis durch den Austritt eines bisherigen Weggefährten unter das Minimum von drei Sitzen fiel. Die Fraktionsfinanzierung fällt für die Gruppe damit vorerst weg. Außerdem konkurriert „Pro Chemnitz“ vor Ort weiterhin mit der ortsansässigen AfD. Kooperationsversuche lehnte die Alternative für Deutschland bisher ab.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Messerattacke, Flüchtlingskriminalität, Flüchtlingskrise, Rassismus, Migranten, Pro Chemnitz, MDR, Partei Alternative für Deutschland (AfD), Ostdeutschland, Chemnitz, Sachsen, Deutschland