04:22 17 November 2019
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    Mateusz Morawiecki

    Polens Premier gibt zu: Nicht leicht, zwei mächtigen Staaten etwas zu verbieten

    © AFP 2019 / Eric Piermont
    Politik
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    Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki hat in einem Interview mit dem polnischen Portal „Interia“ angedeutet, es gebe keine Hoffnung darauf, das Nord Stream 2-Projekt zu verhindern, auch wenn es gegen die europäischen Regeln verstoße.

    „Lassen Sie uns ehrlich sagen: Zwei mächtige Staaten, von denen einer – Russland – eine Weltmacht und der andere – Deutschland – die vierte Volkswirtschaft der Welt ist – haben beschlossen, eine Gaspipeline zu bauen (…)“, so der polnische Regierungschef.

    Dieses Projekt verletze die Sicherheitsgarantien für die Ukraine und Polen, es handle sich um eine egoistische Aktivität. „Aber ich komme noch einmal auf den ersten Punkt zurück: Es sind zwei mächtige Staaten, und es ist nicht leicht, ihnen etwas zu verbieten“, sagte Morawiecki weiter. Dabei habe Polen jahrelang versucht, andere Länder davon zu überzeugen, sich gegen das Nord Stream 2-Projekt zu stellen.

    Das Projekt Nord Stream 2 sieht die Verlegung von zwei Strängen mit einer Jahresgesamtkapazität von 55 Milliarden Kubikmetern Gas vor. Die Stränge sollen parallel zur bereits bestehenden Pipeline Nord Stream von der russischen Ostseeküste bis nach Deutschland verlaufen. Die Pipeline soll 2019 in Betrieb genommen werden.

    Gegen das Projekt machen mehrere Länder Front. Dazu gehört unter anderem die Ukraine, die um ihre Einnahmen aus dem Transit russischen Gases bangt. Die russische Seite hatte wiederholt erklärt, es handle sich um ein rein wirtschaftliches Projekt und bedeute keinen Stopp des Gastransits durch die Ukraine.

    >> Weitere Sputnik-Artikel: „Nicht alle Instrumente eingesetzt“: Washington droht mit Stopp von Nord Stream 2

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    Tags:
    Nord Stream 2, Mateusz Morawiecki, Polen, Deutschland, Russland, Ukraine