Widgets Magazine
06:22 12 November 2019
SNA Radio
    Venezuelas Staatschef Nicolás Maudro vor seinen Anhängern in Caracas, 23. Januar 2019Das Brandenburger Tor in Berlin

    Anerkennung von Machtwechsel: Berlin, Paris und Madrid stellen Maduro Ultimatum

    © REUTERS / Handout via REUTERS © Pixabay
    1 / 2
    Politik
    Zum Kurzlink
    889276
    Abonnieren

    Wenige Tage nach der versuchten Entmachtung von Venezuelas Staatsoberhaupt Nicolás Maduro signalisieren immer mehr europäische Staaten ihre Bereitschaft, den Oppositionschef Juan Guaidó als neuen Präsidenten anzuerkennen. Nach Spanien und Frankreich fordert auch Deutschland umgehend Neuwahlen im südamerikanischen Land.

    Spanien, Frankreich und Deutschland haben fast zeitgleich von Venezuelas Staatschef Maudro ultimativ Neuwahlen gefordert und anderenfalls gedroht, den selbsternannten Übergangspräsidenten Guaidó anzuerkennen.

    „Spanien wird Juan Guaidó als Präsidenten Venezuelas anerkennen, wenn binnen acht Tagen keine fairen, freien und transparenten Wahlen ausgerufen werden“, erklärte der spanische Regierungschef Pedro Sánchez am Samstag.

    Auch Frankreich erwägt laut Präsident Emmanuel Macron eine Anerkennung des Machtwechsels in Venezuela, sollte es keine Neuwahlen geben.

    „Wenn innerhalb von acht Tagen keine Wahlen angekündigt werden, werden wir bereit sein, Guaidó als Präsidenten Venezuelas anzuerkennen“, twitterte Macron am Samstag.

    Stunden später forderte auch Martina Fietz, die stellvertretende Sprecherin der deutschen Regierung, dass in Venezuela binnen acht Tagen Wahlen angekündigt werden sollen.

    Zuvor bereits hatte auch der deutsche Regierungssprecher Steffen Seibert mitgeteilt, die Bundesregierung erwäge die Anerkennung von Venezuelas Parlamentspräsidenten Juan Guaidó als Staatschef, wenn es nicht umgehend zu fairen und freien Wahlen kommen sollte.

    Venezuela ist seit Monaten mit einer Hyperinflation und Versorgungskrise konfrontiert. Der Bevölkerung des ölreichsten Landes der Welt mangelt es an Lebensmitteln und Medikamenten. Vor diesem Hintergrund kommt es zu Protesten gegen Staatschef Maduro, der im Mai 2018 für eine zweite Amtszeit gewählt und am 10. Januar vereidigt worden ist.

    Maduro probt für den Ernstfall: Militärmanöver angekündigt >>

    In dieser Woche eskalierten die Proteste. Berichten zufolge wurden bei Auseinandersetzungen mindestens 16 Menschen getötet. Am Mittwoch erklärte Juan Guaidó (35), Vorsitzender des zuletzt 2015 gewählten Parlaments Venezuelas, vor Tausenden Demonstranten in Caracas Maduro für abgesetzt und sich selbst zum Übergangs-Staatschef.

    Opposition lehnt Maduros Gesprächsangebot ab

    Die USA und einige lateinamerikanische Staaten erkannten Guaidó umgehend als Übergangspräsidenten an. Russland, China, die Türkei und weitere Staaten bekundeten dagegen Solidarität mit Maduro, der seinen Rücktritt ablehnte und von einem aus den USA choreographierten Putsch-Versuch sprach.

    Zugleich erklärte sich Maduro wiederholt zu Verhandlungen mit seinen Gegnern bereit. Oppositionschef Guaidó lehnte Gespräche jedoch ab.

    Er wolle sich nicht auf einen „vorgetäuschten Dialog“ einlassen, sagte Guaidó am Freitag auf einer Pressekonferenz in Caracas. Er forderte  „ein Ende der Usurpation, eine Übergangsregierung und freie Wahlen“.

    Venezuelas Verteidigungsminister Vladimir Padrino versicherte, die Streitkräfte stünden auf der Seite des legitimen Präsidenten Maduro und seien bereit, die Verfassung und die Souveränität des Landes zu schützen. Maduro hatte bereits im Dezember die USA beschuldigt, einen Staatstreich in seinem Land zu planen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Maas in New York: „Maduro ist kein demokratisch legitimierter Präsident“
    Versuchter Umsturz in Venezuela: Putin bekundet Maduro Unterstützung
    Nach Entmachtungsversuch: Maduro gibt Pressekonferenz im Präsidentenpalast - VIDEO
    Tags:
    Juan Guaidó, Emmanuel Macron, Nicolas Maduro, Spanien, Venezuela, Deutschland, USA, Frankreich