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07:38 22 September 2019
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    Österreichs Präsident Alexander van der Bellen (Archiv)

    Österreichs Präsident: „USA behandeln die EU wie eine Kolonie“

    © AP Photo / Ronald Zak, File
    Politik
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    Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat sich in einem Bilanzgespräch nach einem Drittel seiner Amtszeit mehr Unabhängigkeit für Europa auf der Weltbühne gewünscht. Als Gegner der Europäischen Union nannte der Grünen-Politiker die USA und Russland. Konkret warf er der US-Regierung vor, die EU wie eine Kolonie zu behandeln.

    „Die USA behandeln die EU in einer Weise, die an frühere Kolonialmächte erinnert“, erklärte Van der Bellen am Freitag in Wien.

    Als Beispiel nannte er laut dem „Standard“ den einseitigen Ausstieg der USA aus dem Atomdeal mit dem Iran und die Drohungen des US-Botschafters in Berlin, Richard Grenell, gegen die im Bau befindliche Gaspipeline Nord Stream 2.

    Eine geeinte EU sei wichtig, betonte der Bundespräsident. Unter anderem, um gegen Gegner wie die USA und Russland bestehen zu können. Denn diese beiden Länder haben aus Sicht des Politikers kein Interesse an einer starken EU. Russland verhandle beispielsweise lieber mit einzelnen EU-Mitgliedstaaten als mit der Union.

    Zudem habe US-Präsident Donald Trump offenbar „das Interesse an Westeuropa“ verloren. Das zeige sich auch in seinem Umgang mit der Nato.

    Als einer der drei großen globalen Wirtschaftsräume könne die Union „ruhig selbstbewusster“ auftreten, meint Van der Bellen. Europa müsse weltpolitikfähiger werden, forderte er ganz im Sinne von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Denn Europa sei die beste Idee gewesen, „die wir je hatten“.

     

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    Tags:
    Gegner, Kolonie, Kritik, Nord Stream 2, Donald Trump, Alexander van der Bellen, Europa, EU, Russland, USA, Österreich