04:14 10 Dezember 2019
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    Hackerangriff (Symbolbild)

    Schweigekartell im Fall Integrity Initiative: „kriminellste Bank“ der Welt im Spiel?

    © Sputnik / Wladimir Trefilow
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    Die Hacktivisten-Gruppe Anonymous hat vor kurzem eine Reihe neuer Dokumente veröffentlicht, die ausführlichere Informationen über die UK's Integrity Initiative (II) enthalten, bei der verdeckte Aktionen zur Einflussnahme auf Verbündete gegen Russland durchgeführt werden.

    Nach Anonymous-Angaben wird die Integrity Initiative vom britischen Außenministerium sowie Nato, Facebook und dem US-Außenministerium finanziert. Anonymous zufolge handelt es sich bei diesem Programm um einen „großangelegten geheimen Informationsdienst“, der von London zur „Bekämpfung  russischer Propaganda“ ins Leben gerufen wurde.

    Der Zusammenhang zwischen Journalisten und der Integrity Initiative sowie die Reaktion britischer Beamter besprach Sputnik mit dem Whistleblower und Korruptionsbekämpfer Nicholas Wilson.

    Sputnik: Denken Sie, dass die Autoren, die die Materialien in der Zeitung „The Times“ veröffentlichten, Bescheid wussten, dass sie für die Integrity Initiative arbeiteten?

    Nicholas Wilson: Ich kann nicht mit Sicherheit sagen, wer in „The Times“ in diese Angelegenheit involviert sein könnte. Doch verdächtig erscheinen für mich „Guardian“-Journalisten, die sich für die  Integrity Initiative einsetzen, die antirussisch eingestellt zu sein scheinen wie Carole Cadwalladr und James Ball. Ehrlich gesagt denke ich nicht, dass sie wussten, dass sie für die Integrity Initiative (II) arbeiteten, weil das über einen Vermittler (Foreign Desk)  durchgeführt wurde, von der  Integrity Initiative (II) war damals bis zum Auftauchen der Leaks nichts bekannt.

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    Sputnik: Welche Reaktion erwarten Sie seitens der britischen Politik?  Wird dies einfach zurückgewiesen, nachdem mehrere Dokumente als korrekt und authentisch eingestuft worden waren?

    Nicholas Wilson: Von besonders großem Interesse für mich ist die HSBC, die besonders eng mit der Integrity Initiative (II) verbunden sein soll, wie auch Bill Browder. Meines Erachtens gibt es keine Chance, dass diese Sache sich weiter entwickeln wird, weil der größte Teil dieser Handlungen auf den Schutz der Bank HSBC vor russischen staatlichen Ermittlungen und Gerichtsverfolgungen gegen Browder-Firmen gerichtet ist. Ich denke sogar, dass es nicht zur „Zurückweisung“ kommen wird. Das Parlament gab zu, dass das Verteidigungsministerium die Integrity Initiative (II) finanziert, doch da lautet die typische britische Phrase "so what?".

    >>>Andere Sputnik-Artikel: „Integrity Initiative“ – Kopf der deutsche Zelle meldet sich zu Wort<<<

    Sputnik: Wer steht Ihnen zufolge hinter dem Beschluss der westlichen Medien, diesen Skandal zu ignorieren?

    Nicholas Wilson: Meines Erachtens ist es ein Weg, die HSBC, die kriminellste Bank weltweit, zu schützen. Bis zu diesem Monat war der frühere MI5-Chef Jonathan Evans Mitglied des HSBC-Aufsichtsrats. Meine Webseite stellte eine große Kontrolle der britischen Medien durch die Bank HSBC, darunter Rona Fairhead, die die BBC von 2014 bis 2017 leitete, fest. Zudem war die HSBC der größte Geldwäscherei-Agent in der Affäre um die „russische Geldwäscherei“.

    Sputnik: Es gab Berichte, dass Experten es geschafft haben, einen Zusammenhang zwischen der Integrity Initiative und vielen anderen Organisationen, Privatpersonen und anonymen Betreibern zu finden. Sind die vor kurzem veröffentlichten Dokumente Ihrer Ansicht nach nur ein kleiner Teil dieses Skandals?

    Nicholas Wilson: Das ist nur die Spitze des Eisbergs. Wie bereits erwähnt wurde, ist mein eigenes Interesse – die HSBC. Letzten Endes wird ihre tiefgehende Involvierung enthüllt, doch anscheinend erst nach vielen Jahren.

    Sputnik: Was steht hinter dem Beschluss der Integrity Initiative, alle Posts auf Twitter zu löschen?

    Nicholas Wilson: Sie wurden erwischt! Die Leaks von Anonymous sind sehr kompromittierend,  hoffentlich wird es davon in der Zukunft mehr geben. Das ist reine Propaganda, um politische und, was noch wichtiger ist, finanzielle Vorteile zu bekommen.

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    Tags:
    Einfluss, Ermittlungen, Reaktion, Journalist, Sicherheit, BBC, Britischer Geheimdienst MI5, Integrity Initiative, Guardian, The Times, NATO, Anonymous, Großbritannien, Russland