Widgets Magazine
16:04 21 September 2019
SNA Radio
    Wachbataillon der Bundeswehr (Archiv)

    EU-Armee: Berlin wird am Katzentisch zuhören, wie Paris Zukunft plant – Welt

    CC0
    Politik
    Zum Kurzlink
    6711611
    Abonnieren

    Die „Welt“ zeigt sich über die heutige Lage der Bundeswehr besorgt, die der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestags, Hans-Peter Bartels, in einem Jahresbericht geschildert hat und warnt vor eventuellen Folgen der Missstände im Falle der Schaffung einer EU-Armee.

    In seinem Beitrag bezeichnete der Chefkommentator der „Welt" Torsten Krauel den Bericht, in dem Bartels auf andauernde Mangelwirtschaft innerhalb der Bundeswehr verwiesen hatte, als erschütternd. In der Tat: Von 58 neuen Transporthubschraubern seien durchschnittlich 13 einsatzbereit, von 68 neuen Kampfhubschraubern zwölf. Von 248 neuen Schützenpanzern könnten im Ernstfall 48 losfahren, von zwei Flottentankern keiner.

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: Neue Bundeswehr-Panzer nicht kriegstauglich<<<

    Allerdings seien „fehlende Schutzwesten, privat geflickte Uniformen, kaputtes Gerät" kein Einzelmerkmal der Bundeswehr, schreibt er. „US-Soldaten können ein noch ganz anderes Lied singen von privat bezahlten Helmen bis hin zu endlosen technischen Problemen mit neuen Flugzeugen und Schiffen".

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: U-Ausschuss zu Berateraffäre im Verteidigungsministerium beschlossen<<<

    Militärtechnik sei immer fehleranfällig, denn sie werde in Kleinserie produziert und habe im Konzeptstadium viel zu viele gleichberechtigte Auftraggeber mit unterschiedlichen Interessen. Dazu würden Abgeordnete, Ministerialbeamte, Ingenieure, Firmenmanager, Nato-Strategen und Berater aller Art gehören.

    Daher ruft Krauel alle betroffenen Kräfte dazu auf, Einigkeit an den Tag zu legen. Normalerweise belebe Konkurrenz das Geschäft. Deutschland habe aber nur eine Bundeswehr. „Deshalb gilt hier: Einigkeit macht Beine".

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: Personalmangel bei Bundeswehr: Von der Leyen will EU-Ausländer rekrutieren<<<

    Die Bundeswehr brauche Reformen und „die Androhung einer harten Hand", so Krauel. Die deutschen Streitkräfte würden jedoch die politische Kernbotschaft brauchen, „dass alle Parteien, die derzeit regieren oder die mit realistischen Aussichten eine neue Koalition bilden könnten, die Bundeswehr nach vorne bringen wollen".

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: Kritik am Bundeswehr-Tornado: „Alles nur des Geldes wegen"<<<

    Missglückte Reformansätze der Bundeswehr würden „fatal" für Deutschland sein, warnt Krauel. Berlin möchte im Falle der Schaffung einer europäischen Armee bei der eventuellen Debatte über erste Strukturen und Einsatzprinzipien „Mitspracherechte" haben. „Wenn Deutschland aber weiterhin nur zwölf einsatzfähige Kampfhubschrauber hat, darf es allenfalls am Katzentisch zuhören, wie Frankreich die Zukunft plant", schreibt er abschließend.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    EU-Armee, Bundeswehr, Hans-Peter Bartels, Deutschland