07:04 06 Dezember 2019
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    Türkische Militärtechnik an der Grenze zwischen der Türkei und Syrien

    Fordert Türkei die USA im Nahen Osten heraus?

    © AFP 2019 / Ozan KOSE
    Politik
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    Laut einer Äußerung des Direktors der nationalen Nachrichtendienste der USA, Dan Coats, im Aufklärungsausschuss des US-Senats belasten die regionalen Ambitionen der Türkei, das Misstrauen gegenüber den USA und der wachsende Autoritarismus der türkischen Führung die bilateralen Beziehungen.

    Im Interview mit Sputnik nehmen türkische Experten Stellung zu den Äußerungen des Chefs der nationalen Nachrichtendienste der USA, zu den Gründen des wachsenden Misstrauens in den türkisch-amerikanischen Beziehungen und zu Fragen, bei denen die Auseinandersetzungen zwischen den beiden Ländern am stärksten dominieren.

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    Der Generalsekretär des Türkischen Zentrums für strategische Studien (TÜRKSAM), Ahmet Gencehan Babiş, äußerste, dass sich die Türkei bei Militäroperationen im Nahen Osten auf das Recht des Staates auf bewaffnete Selbstverteidigung stütze, das im Artikel 51 der UN-Charta sowie im bilateralen türkisch-syrischen Abkommen von Adana festgeschrieben sei. Die USA würden ihrerseits die terroristischen Elemente im Norden Syriens unterstützen, womit der syrischen territorialen Integrität Syriens geschadet werde.

    Dem Experten zufolge ist das Ziel der Türkei, neben der Gewährleistung der nationalen Sicherheit, die Durchführung einer humanitären Politik, die auf die Befreiung der Einwohner in den von den Terroristen besetzten Gebieten gerichtet ist. Die türkischen Behörden hoben mehrmals hervor, dass die Operationen der türkischen Streitkräfte ausschließlich gegen terroristische Aktivitäten in Syrien gerichtet sind. Die USA zögen es mittlerweile vor, nicht ihren Nato-Verbündeten, sondern die kurdischen Selbstverteidigungseinheiten zu unterstützen. Darin bestehe der größte Widerspruch und Unterschied in den Herangehensweisen der Türkei und der USA.

    Der Hauptgrund des Misstrauens der Türkei gegenüber den USA steckt im Herangehen der USA an die sensibelsten Fragen für Ankara. Zwei Hauptgründe, die zur Vertrauenskrise in den bilateralen Beziehungen führten – die Unterstützung der kurdischen Arbeiterpartei PKK sowie die Verzögerung der Lösung der Frage der Auslieferung von Fethullah Gülen. Das führte dazu, dass die USA in den Augen der türkischen Öffentlichkeit an Glaubwürdigkeit verloren und die Meinung entstand, sie seien unzuverlässige Verbündete. Der Hauptgrund des Misstrauens der Türkei gegenüber den USA läge in den Handlungen der USA selbst, so der Experte.

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    Der Sicherheits- und Antiterrorkampf-Experte und Teilnehmer der Militäroperationen in Syrien Abdullah Ağar betonte, dass die USA die Ziele der Türkei in der Region falsch deuten würden. „Die Amerikaner sind davon überzeugt, dass sich die Türkei in der Region nach ideologischen Prinzipien richtet, und sehen bei der Frage der Schaffung einer Sicherheitszone eine Konfrontation zwischen der salafitisch-wahhabitischen Ideologie und dem Kurs der Muslimbrüder. Doch aus der Sicht der Türkei entspricht dieses Herangehen nicht der Realität, weil die Türkei grundsätzlich ein säkularer Staat ist”, so der Experte.

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    Tags:
    Einsatz, Truppen, Bedrohung, Nachrichtendienst, Beziehungen, UN, Naher Osten, USA, Türkei