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05:09 20 September 2019
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    Aegis-Luftabwehrsystem

    USA zu Verlegung von 24 „Tomahawk“-Raketen auf Festland schon jetzt fähig – Moskau

    © Foto: Missile Defense Agency / Mark Wright
    Politik
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    Russland schließt nicht aus, dass schon jetzt 24 amerikanische Marschflugkörper vom Typ „Tomahawk“ am Boden auftauchen können. Dies sagte der russische Vizeaußenminister Sergej Rjabkow gegenüber dem TV-Sender „Rossija 24“.

    „Wir können nicht die Augen davor verschließen, dass potentiell bei dem schlimmsten Szenario bereits jetzt 24 bodengestützte Marschflugkörper des Typs ,Tomahawkʻ in der Atomausstattung auftauchen können“, sagte Rjabkow.

    „Die Positionierung solcher Startanlagen am Boden – also universeller Startanlagen – ist ein direkter Verstoß gegen den Vertrag (INF-Vertrag — Anm. d. Red.). Diese Startanlagen setzt die US-Marine auf ihren Schiffen ein, die abhängig von der Mission, den Aufgaben, die das Schiff erfüllt, entweder mit Abfangraketen oder mit ,Tomahawksʻ für Angriffszwecke oder mit ballistischen Raketen ausgerüstet werden.“

    Insgesamt 48 Marschflugkörper

    Ferner sagte der Vizeaußenminister: „Sobald in Polen die Aegis-Kampfsysteme stationiert sein werden, werden ihnen noch 24 (Marschflugkörper) hinzugefügt; das sind dann insgesamt 48 Stück mit einer Reichweite von 2500 Kilometern“, erläuterte er. Dabei verwies er darauf, dass einige Bezirke des europäischen Teils der Russischen Föderation in der Reichweite dieser Raketen liegen könnten. „Wir können eine solche Bedrohung nicht ignorieren.“

    „Wir können nicht einfach glauben, was die Amerikaner sagen, also dass sie angeblich keine Absichten hätten, Mittel solcher Art in den Komplexen Aegis Ashore einzusetzen“, betonte Rjabkow.

    Startanlagen, die auch „Tomahawk“-Marschflugkörper starten können

    Der Bau des Objekts Aegis Ashore in Deveselu (Rumänien) wurde im Mai 2015 beendet, im Dezember 2015 wurde das System in Betrieb genommen. Ein weiteres solches Objekt soll im Norden von Polen (nahe Redzikowo, Ostseeküste) fertiggestellt werden, die Bauarbeiten begannen am 13. Mai 2016.

    Aegis Ashore ist eine Version des bordgestützten Systems Aegis, bei dem eine spezielle Ausstattung demontiert wurde, die wegen der Verlegung der Anlage von Schiffen auf das Festland unnötig wurde. Die Konstruktion aus Stahl mit der Höhe eines viergeschossigen Hauses ist rund 900 Tonnen schwer und sieht aus wie der Aufbau eines Kreuzers des Typs Ticonderoga, der mit einer universellen vertikalen Startanlage für Raketen (jetzt sind es Standard SM-3 Block IA) ergänzt wurde. In der Anlage befinden sich elektronische Modulelemente.

    Russland verwies mehrmals darauf, dass die in Aegis Ahore genutzten universellen vertikalen Startanlagen Mk.41 technisch nicht nur für Anti-Raketen, sondern auch für Starts von Langstrecken-Marschflugkörpern wie Tomahawk eingesetzt werden können. Aegis Ashore verstößt in diesem Fall aus Moskaus Sicht gegen den INF-Vertrag, demzufolge die Seiten sich verpflichteten, keine bodengestützten Startanlagen für Marschflugkörper mit einer Reichweite von 500 bis 5500 Kilometern zu stationieren.

    Laut dem Pentagon sind die US-Raketenabwehrsysteme Aegis Ashore in Rumänien und Polen nicht fähig, „Tomahawk“-Marschflugkörper zu starten.

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    Tags:
    Startanlage, Schiffe, Aegis-Raketenabwehr, Tomahawk-Marschflugkörper, INF-Vertrag, Rumänien, Polen, USA, Russland