SNA Radio
    Oppositionschef Juan Guaidó (r.)

    „Guaidó ist für uns kein Staatschef“ – Kreml weiß nichts von Venezuelas Gold

    © REUTERS / Carlos Garcia Rawlins
    Politik
    Zum Kurzlink
    172125

    Der Kreml tritt Medienberichten entgegen, laut denen die russische Regierung in den angeblichen Verkauf venezolanischer Goldbestände verwickelt sein könnte, sieht das Kabinett des angeschlagenen südamerikanischen Landes zu solchen Deals jedoch durchaus berechtigt.

    Russland hat laut Kreml-Sprecher Dmitri Peskow mit den mutmaßlichen Geschäften mit venezolanischem Gold nichts zu tun. „Mir ist davon nichts bekannt“, antwortete Peskow am Montag auf die Frage, ob Russland mit Venezuela über dessen Gold verhandelt habe.

    „Weder der Kreml noch die Regierung haben damit etwas zu tun. Jedenfalls habe ich keine Informationen darüber, dass  jemand hier damit etwas zu tun hat.“

    Dabei betonte der Kreml-Sprecher, Venezuela habe durchaus das Recht, Geschäfte mit dem eigenen Gold abzuwickeln: „Es geht um ein souveränes Recht Venezuelas, um seine innere Angelegenheit.“

    Russland sehe Nicolás Maduro weiter als legitimen Präsidenten Venezuelas und erkenne den selbsternannten Staatschef Juan Guaidó nicht an.

    „Herr Guaidó ist Parlamentsvorsitzender und für uns kein Staatschef … Die Regierung von Maduro ist weiter unser Partner in Venezuela“, so Peskow.

    Medien hatten berichtet, dass die venezolanische Regierung mitten in der Staats- und Wirtschaftskrise die Goldreserven ins Ausland schaffe. Zuerst war in den Berichten von Russland als möglichem Zielort die Rede, dann von den Vereinigten Arabischen Emiraten. Zuvor soll die Bank of England der Regierung in Caracas den Zugriff auf das in ihren Tresoren liegende venezolanische Gold verweigert haben.

    Venezuela ist seit Monaten mit einer Hyperinflation und Versorgungskrise konfrontiert. Der Bevölkerung des ölreichsten Landes der Welt mangelt es an Lebensmitteln und Medikamenten. Vor diesem Hintergrund kommt es zu Protesten gegen Staatschef Maduro, der im Mai 2018 für eine zweite Amtszeit gewählt und am 10. Januar vereidigt worden ist.

    In der vergangenen Woche eskalierten die Proteste. Berichten zufolge wurden bei Auseinandersetzungen mindestens 16 Menschen getötet. Daraufhin erklärte Oppositionschef Juan Guaidó Präsident Maduro für abgesetzt und sich selbst zum Übergangs-Staatschef.

    Die USA und das EU-Parlament erkannten Guaidó als neuen Interimspräsidenten an. Russland bekundete neben China, der Türkei und weiteren Staaten seine Solidarität mit dem gewählten Staatschef Venezuelas.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    „Völlig unerhört!“ Bank of England verweigert Venezuela Rückgabe seiner Goldreserven
    USA nehmen offen Kurs auf Sturz legitimer Macht in Venezuela – Lawrow
    Tags:
    Gold, Juan Guaidó, Nicolas Maduro, Venezuela, Russland