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01:19 18 Oktober 2019
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    Regierungssprecher Steffen Seibert (Archivbild)

    „Wenig Ahnung von Pressefreiheit“ – Seibert zu russischer Kritik an deutschen Medien

    © AFP 2019 / Odd Andersen
    Politik
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    Regierungssprecher Steffen Seibert hat die Kritik des russischen Außenministeriums an den deutschen Medien entschieden zurückgewiesen. Am Donnerstag warf die Sprecherin des russischen Außenamtes, Maria Sacharowa, der deutschen Presse vor, gegen Russlands Medien „eine echte Hetzkampagne“ zu fahren.

    Als „abwegige Behauptung“ bezeichnete Regierungssprecher Steffen Seibert den Vorwurf Sacharowas, deutsche Medien würden eine gezielte Hetzkampagne gegen „RT Deutsch“ und Sputnik fahren. Das Gegenargument von Sacharowa, viele dieser Medien würden ebenfalls vom Staat finanziert, interpretierte Seibert als direkte Anschuldigung gegen die Bundesregierung. „Wer solche abwegigen Behauptungen in die Welt setzt, der hat wenig Ahnung von Deutschland und wenig Ahnung von der Pressefreiheit. Oder er will bewusst Deutschland in ein schiefes Licht rücken. So oder so: Ich weise diese Behauptungen entschieden zurück“, so Seibert. Die Bundesregierung achte die Pressefreiheit, und unabhängige Medien würden sie Tag für Tag ausüben.

    >>>Mehr zum Thema: Sacharowa kommentiert DJV-Lizenzforderung gegen RT Deutsch<<<

    Sacharowa hatte in ihrer wöchentlichen Pressekonferenz am Donnerstag von einer orchestrierten Kampagne gegen „RT Deutsch“ und „Sputnik“ gesprochen. In erster Linie hatte sie die Forderung des deutschen Journalistenverbands angesprochen, RT Deutsch solle jegliche Sendelizenz entzogen werden. „Bild“ hatte sich aktiv gegen deren Erteilung eingesetzt.

    Dem folgten die „Deutsche Welle“, die ARD sowie „t-online“, die ebenso die Verfolgung russischer Auslandsmedien mit staatlicher Unterstützung betreiben würden. ARD und Deutsche Welle werden, wie bekannt, direkt vom Bund finanziert.

    Wo die russische Sichtweise allein zur „Gegenreaktion“ aufruft

    Der Deutsche Journalistenverband (DJV) hat die Vorwürfe als unbegründet bezeichnet. Laut dem DJV-Vorsitzenden Frank Überall sind alle Mittel gut, solange „es um eine Reaktion auf das „Propagandainstrument des Kremls“ gehe, das mit „Desinformation Politik zu machen versucht“, geht aus einer Pressemitteilung hervor. „Eine Rundfunklizenz für Propagandasender darf es nicht geben“, so der DJV-Vorsitzende, denn „RT hat immer wieder Geschichten erfunden oder Ereignisse einseitig dargestellt“. Belegt hat er seine Behauptung nicht.

    Von einer Verfolgung russischer Medien in Deutschland könne keine Rede sein, kommentierte der Sprecher von „Reporter ohne Grenzen“, Christian Mihr. RT und Sputnik seien Nachrichtenkanäle des russischen Staates, die mit dem Ziel gegründet wurden, einem internationalen Publikum die russische Sichtweise der Welt zu vermitteln. Insofern könne man die Gegenreaktion der deutschen Medien nicht als „Verfolgung“ oder „russophob“ bezeichnen.

    Springerpresse zeigt sich befriedigt

    Wie immer, wenn es darum geht, gegen Russland zu wettern, ist „Bild“-Redakteur Julian Röpcke auch diesmal zur Stelle. „Herzlichen Glückwunsch an @mfa_russia zur heutigen Präsenz Ihres Chefs auf Seite 1 von Deutschlands meistverkaufter Zeitung“, ätzt Röpcke in gewohnter Manier auf Twitter, wo er den russischen Außenminister als „Verlierer“ präsentiert.

    ​Noch vor wenigen Wochen hatte „der Politikchef“ der Boulevardzeitung die Nazi-Sprache benutzt, um gegen russische Medien zu hetzen. In einem Artikel von ihm wurde der Fernsehsender RT Deutsch als „Feindsender“ bezeichnet.

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    Tags:
    Vorwürfe, Kampagne, Medienattacke, Verfolgung, Mainstream, Zensur, Propaganda, Axel-Springer-Verlag, RT, Deutscher Journalisten-Verband, Bild-Zeitung, Bundesregierung, Außenministerium Russlands, Sputnik, Julian Röpcke, Maria Sacharowa, Steffen Seibert, Angela Merkel, Berlin, Deutschland, Moskau, Russland