06:22 22 Februar 2020
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    Angesichts des Rückzugs der USA aus dem Vertrag über nukleare Mittelstreckensysteme (INF) wird Russland laut Präsident Wladimir Putin vorerst keine Abrüstungsgespräche mehr mit den Vereinigten Staaten anregen. Alle bisherigen Abrüstungsvorschläge blieben jedoch weiter auf dem Tisch.

    Die USA hatten am Freitag offiziell ihren Rückzug aus dem Abrüstungsvertrag INF angekündigt, an den sie sich nach russischen Angaben seit fast 20 Jahren de facto nicht mehr gehalten haben. Am heutigen Samstag kündigte der russische Präsident Wladimir Putin an, auch Russland setze seine Teilnahme an dem wichtigen Abrüstungsabkommen aus dem Jahr 1987 aus.

    Alle russischen Abrüstungsvorschläge der letzten Jahre seien auf keinerlei Unterstützung bei den USA gestoßen, sagte Putin am Samstag bei einem Treffen mit Außenminister Sergej Lawrow und Verteidigungsminister Sergej Schoigu in Moskau.

    „In diesem Zusammenhang bitte ich das Außenministerium und das Verteidigungsministerium um Folgendes: All unsere Vorschläge in diesem Bereich bleiben auf dem Tisch."

    Neue Gespräche sollen von Russland künftig aber nicht initiiert werden, forderte er. „Warten wir ab, bis unsere Partner reif sind, um mit uns einen gleichberechtigten und substantiellen Dialog zu diesem für die ganze Welt sehr wichtigen Thema zu führen.“

    Der INF-Vertrag war am 8. Dezember 1987 von den damaligen Staatschefs der UdSSR und der USA, Michail Gorbatschow und Ronald Reagan, unterzeichnet worden. Darin verpflichteten sich beide Staaten, sämtliche Raketen mit mittlerer (1000 bis 5500 Kilometer) und kürzerer (500 bis 1000 Kilometer) Reichweite zu vernichten und keine neuen mehr zu produzieren. In den letzten Jahren warfen sich beide Staaten gegenseitig vor, diesen Vertrag zu verletzen.

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    Tags:
    INF-Vertrag, Sergej Schoigu, Sergej Lawrow, Wladimir Putin, USA, Russland