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19:01 20 August 2019
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    Dmitri Medwedew und Barack Obama unterzeichneten am 8. April 2010 einen neuen START-Vertrag

    Halten sich USA an START-Vertrag? Putin fordert Inspektion

    © Sputnik / Dmitri Astakhov
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    Der Vertrag zur Reduzierung und Begrenzung der strategischen Angriffswaffen (START-Vertrag) hat eine überaus große Bedeutung für die Beibehaltung der strategischen Stabilität und der globalen Parität, ist jetzt aber in Gefahr, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow.

    Er äußerte sich zu diesem Thema bei einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem Verteidigungsminister Sergej Schoigu.

    Das effektive Funktionieren des START-Vertrages werde in Frage gestellt, weil die USA vor kurzem beschlossen hätten, 56 Startrampen in U-Booten mit Trident-Raketen und 41 schwere Bombenflugzeuge aus dem Vertrag herauszunehmen  – unter dem Vorwand, dass die genannten Waffen nicht-nuklearen Ausrüstungen angepasst würden, sagte Lawrow.

    Der Minister äußerte auch seine Besorgnis darüber, dass die USA auf die Vorschläge Russlands zur Verlängerung des START-Vertrages nicht reagieren würden.

    „Bedauerlicherweise haben Russlands wiederholte Vorschläge, schon jetzt Verhandlungen über eine Verlängerung des Vertrages über die strategischen Angriffswaffen ab dem Jahr 2021, zum Ablauf der ersten Gültigkeitsfrist, aufzunehmen, bei den USA kein Gehör gefunden“, so Lawrow.

    Wie der russische Präsident dazu sagte, sei es notwendig, die Raketen, die die USA aus dem START-Vertrag herausnehmen wollen, zu inspizieren und auf die Möglichkeit ihrer rückläufigen Umrüstung zu prüfen.

    „Eine Inspektion tut not“, betonte Putin.

    Darauf sagte Lawrow: „Es sind technische Mittel erforderlich, die uns davon überzeugen können, dass der genannte Umbau nicht rückläufig gemacht werden kann und diese Systeme nicht wieder nuklear ausgerüstet werden können.“

    Der Vertrag zur Minderung der Anzahl strategischer Waffen zwischen den USA und der Sowjetunion bzw. Russland sieht eine allmähliche Reduzierung strategischer Trägersysteme für Nuklearwaffen vor.

    Der Vertrag wurde ursprünglich 1982 von US-Präsident Ronald Reagan initiiert und am 31. Juli 1991, fünf Monate vor der Auflösung der Sowjetunion, von seinem Amtsnachfolger George Bush und dem sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow unterzeichnet.

    Zu Beginn der 1990er Jahre, als ein weiteres Abkommen, START II, sich abzeichnete, wurde START in START I umbenannt. Ende Dezember 2009 lief der START-I-Vertrag aus. START II wurde am 3. Januar 1993 von George Bush für die USA und von Boris Jelzin für die Russische Föderation unterzeichnet.

    Am 5. April 2009 kündigte US-Präsident Barack Obama an, die beim Londoner G20-Gipfel begonnenen Abrüstungsgespräche mit Russland fortzuführen und noch 2009 einen neuen Vertrag zur Verringerung strategischer Atomwaffen auszuhandeln. Am 8. April 2010 unterzeichneten Barack Obama und der damalige russische Präsident Dmitri Medwedew in Prag den bis 2020 gültigen New-START-Vertrag über Maßnahmen zur weiteren Reduzierung und Begrenzung der strategischen Angriffswaffen.

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    Tags:
    Vertrag, Verlängerung, START-Vertrag, Sergej Lawrow, Wladimir Putin, USA, Russland