08:00 15 November 2019
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    Oskar Lafontaine (Archivbild)

    „Atomarer Wahnsinn“ - Oskar Lafontaine zu US-Rückzug aus INF-Vertrag

    © AFP 2019 / Johannes Eisele
    Politik
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    In einem Facebook-Post erklärt Linken-Politiker Oskar Lafontaine, wie die USA Russland und China einkreisen und militärisch bedrohen, warum die Reaktionen von Angela Merkel und Heiko Maas auf den US-Rückzug aus dem INF-Vertrag nicht in deutschem Interesse waren und weshalb man sich in Europa Sorgen machen sollte.

    Die Welt habe sich mittlerweile daran gewöhnt, am Rande der nuklearen Katastrophe zu stehen, schreibt der Politiker und erinnert an 1983.

    „1983 zum Beispiel meldeten sowjetische Computer einen US-Raketenangriff, und nur weil der diensthabende Oberst Stanislaw Petrow die Nerven behielt und einen Computerfehler vermutete, blieb die Welt von einem nuklearen Inferno verschont.“

    Nun hätten die USA ihren Rückzug aus dem INF-Vertrag verkündet. Dass Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesaußenminister Heiko Maas mit Schuldzuweisungen an Russland reagiert hätten, sei „erbärmlich und nicht im deutschen Interesse“, so der Linken-Politiker. Er verweist darauf, dass die USA 2019 rund 700 Milliarden Dollar für Rüstung ausgeben, während es in Russland nur 66 Milliarden sind.

    „Ein Blick auf die Landkarte zeigt: Die USA kreisen Russland und China ein. Um ihr Drohpotential zu erhöhen, brauchen sie landgestützte Atomraketen mit hoher Treffgenauigkeit und kurzen Vorwarnzeiten – Flugdauer: circa zehn Minuten —, die Moskau oder Peking bedrohen.“

    Umgekehrt bräuchten die Vereinigten Staaten keine solchen Raketen aus Russland oder China zu fürchten. Europa jedoch würde sich im Fall eines Konflikts mittendrin befinden und müsse daher entschieden gegen die Stationierung von US-Atomraketen auf europäischem Boden eintreten:

    US-Präsident Donald Trump während der Übungen in dem Fort Drum (Archiv)
    © AP Photo / Carolyn Kaster

    „Wenn landgestützte Raketen in Europa stationiert werden, dann ist es logisch, dass Russland seine Raketen auf diese Standorte richten wird. Leider ist zu befürchten, dass die europäischen Vasallen der USA die Stationierung landgestützter US-Raketen mittragen werden, weil bekanntlich der Russe an allem Schuld ist und sie unfähig sind, eine eigenständige europäische Außenpolitik zu verfolgen und die deutschen und europäischen Interessen wahrzunehmen. Und das in einer Zeit, in der Donald Trump die Maske fallen ließ und aller Welt gezeigt hat: ‚America first‘ heißt: Die Führungsclique der USA verfolgt nur ihre eigenen Interessen, der Rest der Welt ist ihr egal. Für Europa und Deutschland kann das nur heißen: US-Atomraketen haben auf europäischem Boden nichts verloren.“

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    Tags:
    Kriegsgefahr, Nuklearkrieg, Atomkrieg, Vertrag, Kündigung, Abrüstung, Mittelstreckenraketen, INF-Vertrag, Linkspartei, Die LINKE-Partei, PdL, Oskar Lafontaine, Deutschland, Russland, USA