06:17 17 November 2019
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    Polizei in Wien, Österreich (Symbolbild)

    Innenministerium: So viele Migranten sollte Österreich 2018 abschieben

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    Politik
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    Die Zwangsabschiebungen aus Österreich haben 2018 um 47 Prozent zugenommen und damit 4.661 Personen betroffen, geht aus einer Sputnik vorliegenden Mitteilung des österreichischen Innenministeriums hervor. Betrachtet man alle Ausreisen, ergibt sich ein Verhältnis von 20:80 bei EU-Bürgern und Angehörigen von Drittstaaten.

    Insgesamt sollen 2018 2.777 EU-Bürger und 9.834 Angehörige von Drittstaaten Österreich verlassen haben, darunter 5.665 Freiwillige, 4.661 Abgeschobene und 2.285 Menschen mit Dublin-Überstellungen, die sich als logische Konsequenz der sinkenden Asylantragszahlen zum Vorjahr um 39 Prozent verringert hätten. Insgesamt sollen 12.611 Menschen ausgereist sein.

    Geht es um zwangsweise Abschiebungen, sollen 60 Prozent aller Abgeschobenen aus Europa und darunter 45 Prozent aus der EU kommen. Am meisten betroffen waren Slowaken (578 Abschiebungen), darauf folgen Serben, Ungarn und Rumänen.

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    Der Statistik zufolge hat sich 2018 die Zahl der Asylbewerber aus Georgien von 80 auf 218 fast verdreifacht, da Georgier seit einem Jahr ohne Visum in die EU einreisen dürfen. Laut Experten handelt es sich großteils um kranke Georgier, die einen Asylantrag stellen, um in Österreich sozialversichert zu sein und eine medizinische Behandlung zu bekommen. Erstmals seit Bestehen des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl (BFA), kommentiert der Pressesprecher des Ministeriums Christoph Pölzl Sputnik gegenüber, sei es im Vorjahr gelungen, im Fall Georgiens eine höhere Anzahl an Außerlandesbringungen zu verzeichnen, als Asylanträge gestellt wurden: 580 gegenüber 440.

    Straftäter ausgewiesen, Asylanträge abgelehnt

    Laut Pölzl waren 2018 rund 43 Prozent aller zwangsweise Abgeschobenen verurteilte Straftäter. Die Behörde verweist darauf, dass Ausweisungen von Straffälligen ein Beitrag des Bundesamtes zur Sicherheit sei, also gehe es hier nicht um Nationalitäten. Betrachte man alleine die im Dezember 2018 durchgeführten Charterflüge (Pakistan, Afghanistan, Nigeria/Gambia), so seien knapp 60 Prozent der auf diesem Wege außer Landes gebrachten Personen strafrechtlich verurteilt gewesen. Die restlichen 40 Prozent sollen auf Arbeitslose und Obdachlose entfallen.

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    Dabei sollen von insgesamt 79 Charterflügen im Jahr 2018 72 Charterflüge in Drittstaaten gegangen sein, darunter: 11 Charterflüge nach Nigeria, was mehr als doppelt so viele Charterflüge noch vor zwei Jahren seinen und sechs Charterflüge nach Afghanistan. Damit zähle Österreich zu den aktivsten EU-Mitgliedstaaten bei dieser Destination. EU-weit hätten im Jahr 2018 18 Charterflüge nach Afghanistan stattgefunden, also Österreich sei somit bei jedem dritten Charterflug dabei gewesen, so das Innenministerium.

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    Tags:
    Obdachlose, Arbeitslosenquote, Arbeitsmigranten, Asylantrag, Strafe, Migranten, Asyl, Innenministerium, Gambia, Rumänien, Ungarn, Pakistan, Nigeria, Georgien, Afghanistan, Österreich, Serbien