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09:47 22 September 2019
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    Kanadas Sputnik-Sperre: Experten äußern sich zu Doppelzüngigkeit der Lima-Gruppe

    © Sputnik / Alexej Filippow
    Politik
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    Am Montag verweigerte Ottawa der Nachrichtenagentur RIA Novosti und Sputnik die Akkreditierung für das Treffen der Lima-Gruppe zu Venezuela. Nun haben Experten aus Kanada und Venezuela gegenüber Sputnik offenbart, welche „zynische“ Motive hinter der Entscheidung stecken – von einfacher Zensur bis zu geschäftlichen Interessen an Venezuelas Öl.

    Alina Duarte, Korrespondent des TV-Senders „Telesur“ in Lateinamerika:

    Die Lima-Gruppe hat durch die Regierung Kanadas keine Gründe genannt, warum Reporter von Sputnik und RIA Novosti für die Berichterstattung über das jüngste Treffen dieses Gremiums zur Situation um Venezuela nicht akkreditiert worden waren.

    Wir haben lediglich folgende E-Mail erhalten: „Danke für Ihr Interesse am zehnten Ministertreffen der Lima-Gruppe in Ottawa. Hiermit informieren wir Sie, dass Sie für die Beleuchtung dieser Veranstaltung nicht akkreditiert worden sind.“

    Das ist einer von vielen Widersprüchen, die die Lima-Gruppe der ganzen Welt ziemlich zynisch gezeigt hat. Ihre Mitglieder plädieren für Meinungsfreiheit, „Demokratie“, „Freiheit“ – aber in jeder Hinsicht handeln sie selbst ganz anders.

    Selbst die Bildung dieser Gruppe entspricht dem antidemokratischen Weg zur „Regelung“ der Situation in Venezuela. In der Organisation Amerikanischer Staaten konnte man eine gegen die Regierung Nicolás Maduros gerichtete Resolution nicht voranbringen, und es wurde deshalb beschlossen, eine parallele Gruppe zu bilden, wo man alles tun könnte, was man will, selbst wenn internationale und venezolanische Gesetze niemanden verpflichten, ihre Beschlüsse zu erfüllen.

    Selbst wenn wir die Weigerung der Lima-Gruppe zur Akkreditierung von Telesur verurteilen, war diese Entscheidung eigentlich gar nicht überraschend. Es ist immerhin kein Geheimnis, dass Telesur gegründet wurde, um dem Publikum alternative Standpunkte zu bieten und das zu zeigen, was andere nicht zeigen. Indem man uns den Zugang zu diesem Treffen verweigert, zeigt man, was diese Gruppe in Wirklichkeit will und was sie in Wirklichkeit ist. Es ist offensichtlich, dass es unmöglich ist, Demokratie voranzubringen, indem man Stimmen blockiert, die man nicht hören will oder die ihr Ziel nicht vorantreiben können.

    John Turmel, KingofthePaupers, Great Canadian Gambler, TajProfessor, Gründer der zinslosen Währung UNILETS, die in der UN-Jahrtausenderklärung vereinbart wurde:

    Als unabhängiger Kandidat bei der Bundeswahl in York-Simcoe, der von den heutigen Debatten in Sutton ausgeschlossen wird, kann ich genau sagen, dass Zensur Teil der kanadischen politischen Szene ist. Vor einigen Jahren hatte der Oberste Gerichtshof Kanadas in meinem Fall beschlossen, dass Massenmedien jetzt über den Ausschluss jedes Menschen selbst entscheiden können. Die Gesellschaft wird vom Großen Bruder verwaltet.

    Mein Ausschluss von den Debatten wurde damit begründet, dass es keinen Platz für einen siebten Stuhl geben würde. Diese Erklärung ist an den Haaren herbeigezogen, genauso wie die Begründung für den Ausschluss Ihres News-Senders, weil Sie nicht sehr freundlich gegenüber dem Minister waren.

    Menschen, die nicht imstande sind, Schläge zu nehmen, greifen auf Zensur zurück.

    Ich schäme mich dafür, dass Kanada so handelt, aber was könnte man denn noch von einem Beta-Premier erwarten? Es ist nicht das erste Mal, dass seine Schwäche uns in der internationalen Arena blamiert. Ich hoffe, dass sich Kanada dafür schämt und dass so etwas nie wieder vorkommt.

    P.S. Ich werde trotzdem zur Debatte gehen, und dann müssen sie mich festnehmen. Wenn Sie auf YouTube Videos nach den Schlüsselwörtern „Turmel“ und „Festnahme“ suchen, werden Sie sehen, dass ich als politischer Kandidat am meisten in der ganzen Geschichte Kanadas festgenommen wurde. Sie denken wohl, dass dies für sie keine Folgen haben wird, und haben keine Ahnung davon, was für ein Alptraum auf sie zukommt.

    Paul Dobson (Redakteur):

    Die Lima-Gruppe wird von Washington unverhohlen im Interesse des Machtwechsels hier, in Lateinamerika, genutzt, und zwar durch den Ersatz von früheren Gremien wie der Union Südamerikanischer Nationen, die die Integration auf Basis des Respekts und der Selbstbestimmung voranbringen.

    Eines der Beispiele dafür war der jüngste Besuch von Mitgliedern des US-Militärkommandos in Kolumbien, wo sie über die venezolanische Grenze verhandelten und die Grundlage für einen möglichen militärischen Eingriff in dieses Land durch zahlreiche amerikanische Militärstützpunkte auf dem kolumbianischen Territorium legten. 

    Das Ziel der Gruppe ist, sich auf der Siegerseite wiederzufinden, falls die USA große Ölvorräte in Venezuela entdecken sollten. Dann dürfte jedes Mitglied dieses Bündnisses mit einer Belohnung rechnen.

    Dennoch haben wir gesehen, dass das Verhalten der Gruppe – unter anderem die beschränkte Zulassung einiger Pressezentren zu ihrer jüngsten Versammlung sowie die Anerkennung des nichtgewählten Anhängers des Machtsturzes, Juan Guaidó – ihrem Diskurs von „Demokratie“ und „Freiheit“ widerspricht und nur ihre wahre Natur  deutlich macht.

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    Tags:
    Sperrung, Akkreditierung, Meinungsfreiheit, RIA Novosti, Sputnik, Kanada, Venezuela, Russland