21:01 26 Juni 2019
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    Kosovo-Flagge bei Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag der teilweise anerkannten Republik

    Kosovo zu Gebiet-Übergabe an Serbien bereit

    © AP Photo / Visar Kryeziu
    Politik
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    Der kosovarische Präsident Hashim Thaci hat bei seinem Besuch in Washington die Bereitschaft der selbsterklärten Republik betont, einen kleinen Teil ihres Territoriums an Serbien abzutreten, sollte dies der Preis für ein endgültiges Friedensabkommen mit Belgrad sein.

    „Wenn eine kleine Grenzkorrektur der Preis für das endgültige Friedensabkommen ist, dann muss das akzeptabel sein“, sagte Thaci bei einer Podiumsdiskussion im Rechercheinstitut Council on Foreign Relations laut der kosovarischen Zeitung „Gazeta Express“.

    Zugleich nannte er aber strategisch wichtige Gebiete, deren Übergabe für Pristina nicht in Frage komme: Das Wasserkraftwerk „Gazivoda“, die Stadt Mitrovica und der in der Nähe liegende Industriekomplex „Trepça“.

    Thaci lobte die Zusammenarbeit des Kosovo mit den USA in höchsten Tönen: Jedes Mal, wenn sein Land mit Washington kooperiert habe, sei es siegreich geworden. „Selbst wenn die Kompromisse anfangs ernsthaft waren, stellten sie sich als beste strategische Entscheidungen heraus“, so Thaci.

    Er unterstrich die Bedeutung eines Übereinkommens mit Belgrad: „Es wird kein einfacher Prozess sein, einen Friedensvertrag zwischen dem Kosovo und Serbien auszuhandeln. Doch das ist der einzige Weg vorwärts, um einen Rückfall in Spannungen und Konflikte zu vermeiden.“

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    Kosovo werde aber keine Lösung akzeptieren, die Washington ablehne. Denn die Unterstützung der USA für das mögliche Abkommen mit Serbien sei „lebenswichtig“.

    Im vergangenen Januar hatte Thaci den russischen Staatschef Wladimir Putin nach Kosovo eingeladen. Sein „aufrichtiges Gespräch“ mit Putin vor zwei Monaten in Paris habe ihn begeistert, so der 50-Jährige. Damals hatten sich die beiden in Paris — wohl erstmals — die Hände geschüttelt.

    „Präsident Putin sagte damals, dass er, wenn sich das Kosovo und Serbien auf friedlichem Wege auf ein Friedensabkommen einigen sollten, dieses Dokument unterstützen werde“, so der kosovarische Präsident.

    Thaçi war im Kosovo-Krieg Mitbegründer und Anführer der paramilitärischen Organisation UÇK. Nach Angaben der ehemaligen Schweizer Chefanklägerin des Den Haager UN-Tribunals, Carla Del Ponte, und nach Erkenntnissen des Europarat-Ermittlers Dick Marty war Thaçi in illegalen Organhandel und weitere Kriegsverbrechen verwickelt.

    Der Patriarch der Serbischen Orthodoxen Kirche Irinej hat in einem Interview für RIA Novosti das Kosovo als „große Wunde“ Serbiens bezeichnet. „Wir haben es 500 Jahre lang vor den Türken und allen beschützt, die es uns wegnehmen wollten.“

    Das Kosovo sei nicht bloß ein geographischer Begriff. Das sei die Wiege, aus der Serbien entstanden sei. „Alles, was mit der Geschichte, Geistlichkeit und den heiligen Sagen der Serben verbunden ist, liegt in Kosovo und Metochien.“
    Serbien ohne Kosovo und Metochien sei kein Serbien mehr.

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    Tags:
    Gebiete, Übergabe, Grenze, Hashim Thaci, Wladimir Putin, Kosovo, USA, Serbien, Washington