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01:51 19 September 2019
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    Polizeiabsperrung in Salisbury nach der Skripal-Vergiftung (Archiv)

    Britische Zeitung veröffentlicht Angaben zu angeblichem dritten Skripal-Giftmischer

    © AFP 2019 / Ben STANSALL
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    Der russische Geheimdienstler unter falschem Namen Sergej Fedotow soll nach der Vergiftung des Ex-GRU-Agenten Sergej Skripal und seiner Tochter Julia länger als die anderen Verdächtigen in Großbritannien geblieben sein. Dies behauptet die britische Zeitung „The Telegraph“ mit Verweis auf eigene Quellen.

    Nach Alexander Petrow und Ruslan Boschirow ist Sergej Fedotow der dritte Russe, der von Großbritannien der Skripal-Vergiftung verdächtigt wird.

    Laut „The Telegraph“ kam Fedotow am selben Tag nach Großbritannien wie Petrow und Boschirow und hatte Rückkehrtickets für den gleichen Flug wie die zwei anderen Verdächtigen. Allerdings soll Fedotow seine Buchung storniert haben.

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    Den Grund für die Stornierung konnte das Blatt aber nicht feststellen.

    „Dies erhöht jedoch die Möglichkeit, dass Fedotow zumindest in den Tagen nach dem Nervengift-Einsatz… in Großbritannien geblieben ist“, erläuterte die Zeitung.

    Ein Vertreter der russischen Botschaft in London dementierte gegenüber Sputnik die Berichte über Sergej Fedotow und riet der britischen Regierung, auf die Politik der „Fakten-Vertuschung“ zu verzichten.

    „Die ersten Berichte, wonach Anfang März letzten Jahres neben Ruslan Boschirow und Alexander Petrow ein gewisser Sergej Fedotow in Großbritannien angekommen und dann ausgereist war, erschienen am 10. Oktober in den britischen Medien. Und jetzt wurde ‚festgestellt‘, dass er am 4. März das Land nicht verlassen hat“, kommentierte die diplomatische Quelle die Situation.

    Wenn im Zuge der britischen Untersuchung erst nach vier Monaten dieses Detail herausgefunden wurde, sei es nicht überraschend, dass die Skripal-Untersuchung im Allgemeinen so langsam und intransparent verlaufe, so der Sprecher.

    „Eine andere Erklärung ist jedoch wahrscheinlicher: Dass es sich um weitere gefälschte Informationen der britischen Geheimdienste handelt. Sie versuchen, die Relevanz der Geschichte der Vergiftung von Sergej und Julia Skripal mithilfe von dosierten Lecks aufrechtzuerhalten, die sich auf ‚informierte Quellen‘ berufen“, erklärte der Vertreter der russischen Botschaft.

    „Auf diese Weise können sie die Öffentlichkeit regelmäßig beweislos an den ‚Einsatz chemischer Waffen durch Russland‘ erinnern und somit von den Problemen mit dem Brexit ablenken“, behauptete er.

    Im Oktober berichteten britische Medien, dass Petrow und Boschirow, die angeblich den Ex-GRU-Obersten Sergej Skripal und seine Tochter Julia vergifteten, einen Komplizen hatten – den 45-jährigen Sergej Fedotow. Der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, wies darauf hin, dass die Russen unbegründet unter Verdacht stünden. Denn es seien keine Beweise für ihre Schuld vorgelegt worden.

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    Tags:
    Fall Skripal, The Telegraph, Julia Skripal, Sergej Skripal, Russland, Großbritannien