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10:57 17 Juli 2019
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    Bau des zweiten nukleargetriebenen Schiffs der Gerald-Ford-Klasse - USS John F. Kennedy (Archiv)

    Aufrüstung auf Hochtouren: USA bauen Flugzeugträger-Flotte wie im Kalten Krieg

    CC BY 2.0 / Official U.S. Navy Page / The final piece is put into the future aircraft carrier USS John F. Kennedy (CVN 79).
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    Swobodnaja Pressa
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    Präsident Trump hat seinen Wählern versprochen, für die US Navy das größte Schiffsbauprogramm der letzten 30 Jahre aufzulegen. Die Zahl der Schiffe soll auf 350 steigen – darunter Flugzeugträger, Raketenkreuzer, Atom-U-Boote. Vor unseren Augen wird das Wettrüsten zur nationalen Doktrin der USA, schreibt das Portal „Swobodnaja pressa“.

    Die US Navy hat beim Schiffsbaukonzern Huntington Ingalls Industries neue Flugzeugträger bestellt: nukleargetriebene Schiffe der Gerald-Ford-Klasse. Da gleich zwei Flugzeugträger in Auftrag gegeben wurden, gibt der Schiffsbauer dem Pentagon einen Preisnachlass. Durch den Großauftrag spart die Marine nach eigenen Angaben vier Milliarden Dollar ein.

    Das Pentagon erklärt dazu laut dem Portal, der Großauftrag ermögliche es, die zur Verfügung stehenden Finanzmittel effektiver einzusetzen. Außerdem ergäben sich Wertschöpfungseffekte für Zuliefererfirmen in 46 Bundesstaaten der USA. Ausgeliefert werden soll der erste Flugzeugträger 2028, der zweite soll mit einem Abstand von höchstens vier Jahren folgen.

    Dass die US Navy mit einem Auftrag zwei Flugzeugträger beschafft, um Kosten zu sparen, gab es das letzte Mal zu Zeiten des Kalten Krieges, unter der Regierung Reagan. Damals wurden vier Schiffe der Nimitz-Klasse in zwei Teillieferungen bestellt: die „USS John Stennis“ und „USS Harry Truman“ plus die „USS Abraham Lincoln“ und „USS George Washington“.

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    Präsident Trump hatte zu Beginn seiner Amtszeit versprochen, das größte Schiffsbauprogramm der US Navy seit der Präsidentschaft Ronald Reagans aufzulegen. Die Gesamtanzahl der Schiffe soll demnach von 272 auf 350 steigen – dazu zählen neben Flugzeugträgern auch Raketenkreuzer und Atom-U-Boote. Die Personalstärke der US-Marine erhöht sich entsprechend auf 50.000 Mann.

    Das ist die eigentliche schlechte Nachricht: Vor unseren Augen wird das Wettrüsten zur nationalen Doktrin der USA, schreibt „Swobodnaja pressa“. Laut dem Portal erklärt Huntington Ingalls Industries, die Werftengruppe, die gerade den Großauftrag von der US Navy erhalten hat, ihre Kapazitäten erweitern zu können, um in den kommenden 27 Jahren 15 Flugzeugträger der Gerald-Ford-Klasse für die US Navy zu bauen.

    Die neue Generation von Flugzeugträgern mit einer Wasserverdrängung von 100.000 Tonnen unterscheidet sich äußerlich nur geringfügig von den Schiffen der Nimitz-Klasse, kann jedoch mehr Flugzeuge aufnehmen. Geplant ist eine Aufnahmekapazität von 90 Flugzeugen und Hubschraubern einschließlich des Tarnkappenjets F-35.

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    Übrigens: Der unlängst verstorbene Republikaner und Marineoffizier John McCain sprach sich vehement gegen die Gerald-Ford-Klasse aus, schreibt das Portal. Diese Flugzeugträger würden zu viel kosten, seien schlecht geschützt – und überhaupt: Die Zeit schwimmender Flugplätze neige sich allmählich dem Ende zu.

    Das erste Schiff dieser Klasse weist auch in der Tat einige technische Mängel auf, so das Portal. Tests, die das Pentagon durchführte, haben ergeben, dass das elektromagnetische Katapult dieses Flugzeugträgers nicht ohne schwerwiegende Aussetzer funktionierte. Seit dem Testbeginn im Mai 2017 kam es immer wieder zu Ausfällen dieser wichtigen Vorrichtung.

    Der Navy-Minister Richard Spencer versicherte laut dem Portal jedenfalls, die Probleme würden umgehend behoben. Dass der Schiffsbauer den Großauftrag angenommen hat und bereit ist, das dritte und vierte Schiff dieser Klasse zu bauen, zeige: Huntington Ingalls Industries sei sich sicher, dass die Schiffssysteme einwandfrei funktionieren, so Spencer. Das Pentagon plane, insgesamt fünf Flugzeugträger der Gerald-Ford-Klasse bauen zu lassen.

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    Tags:
    Mängel, Bau, Aufrüstung, Flugzeugträger, Kalter Krieg, US-Navy, USA